TV-Tipp 30. Januar

TV-Tipp des Tages

Freitag, 30. Januar
Roland Emmerichs GODZILLA
(Monster-Action USA 1998 )
20.15 – 22.55 Uhr – Pro7

In Manhattan herrscht Krieg. Gegen den furchterregendsten Feind, mit dem sich die Menschheit je konfrontiert sah: Godzilla, die Megaechse mit Killerinstinkt, geboren durch die unseligen Kräfte französischer Atombombenversuche. Das Militär fährt schwerste Geschütze auf – Raketen, Atom-U-Boote, High-Tech-Kampfhubschrauber. Nichts scheint das Monster aufhalten zu können. Wie eine Spielzeuglandschaft zerbirst Manhattan unter der Wucht seiner Kraft. Da entdecken der Biologe Nick Tatopoulos und der geheimnisvolle französische Spezialagent Roaché den wahren Schrecken: eine weit fürchterlichere Gefahr, die sich hinter der Wut und den Zerstörungen Godzillas verbirgt: das Überleben der Menschheit steht auf dem Spiel! Und das Schicksal des Planeten entscheidet sich in New York … [Q

Godzilla ist ein Sciencefiction-Film von Roland Emmerich. Der Film basiert auf dem japanischen Godzilla. Er ist der erste und bisher einzige Godzilla-Film, der außerhalb von Japan produziert wurde. Der Film wurde 1999 in der Kategorie Beste Spezial Effekte mit dem Saturn Award ausgezeichnet. Maria Pitillo wurde als Schlechteste Darstellerin mit der Goldenen Himbeere ausgezeichnet. Der Film erhielt den Anti-Preis in der Kategorie Schlechtestes Remake/Sequel. [W]

Godzilla gegen MechaGodzilla II

Bitte melde Dich: Auf der Suche nach seinem ausgebrüteten Filius bleiben ein paar Hochhäuser an der Ferse kleben. Godzilla im Familienstreß legt zum zwanzigsten Mal japanische Großstädte in Schutt und Asche.

Godzilla gegen MechaGodzilla II

Godzilla gegen MechaGodzilla II

Aus Trümmern künstlich hergestellt und aufgebaut, stellt Mechagodzilla die ultimative Waffe gegen Godzilla dar. Das hochtechnisierte, atombetriebene und diamantengepanzerte Monster wird von Menschen als neue ultimative Waffe gegen Godzilla eingesetzt. Gleichzeitig wird auf einer gesperrten Insel, durch atomare Strahlung verseucht, von einem Forscherteam ein riesiges Ei entdeckt und für Forschungszwecke mitgenommen. Doch als aus dem Ei Babygodzilla schlüpft, machen sich Rodan und Godzilla auf den Weg, um ihren Schützling aus der Hand der Menschen zu befreien. Doch das soll verhindert werden, denn Babygodzilla ist bereits ein beliebtes Forschungsobjekt und wird von dem übermächtigen Mechagodzilla verteidigt. Ein gigantischer Kampf bricht los… (Quelle: Produktbeschreibung)

Alex Cee trampelt durch Tokio: Für die einen ist Godzilla ein unbewegliches Gummimonster, das durch eine Modelleisenbahn-Kulisse stampft. Für die anderen ist er längst das ultimative Kultmonster der Filmgeschichte, das sich auch nicht durch ein schlechtes, amerikanisches Sequel im Pazifik versenken lässt. Ganz klar: Godzilla verfügt über mindestens 28 Leben, die er in seinen Abenteuern auch größtenteils verbraucht. Nur James Bond wagt es, an diese Ziffer heranzureichen.

Doch was macht eigentlich die Faszination der überdimensionalen Eidechse aus, die seit 54 Jahren durch kleine, japanische Miniaturstädte walzt? Ist es wirklich nur die einzigartige Filmtechnik, die den destruktiven Kindheitstraum erfüllt, die ollen rosa Puppenhäuser der kleinen Schwester einmal kräftig aus dem Fenster zu treten? Oder verbirgt sich etwa mehr hinter der Filmreihe?

Wie wohl alle Beiträge Japans zur modernen Popkultur, lässt sich auch der geistige Eisprung Godzillas ziemlich genau in den Sommer 1945 zurückverfolgen: Als am 6. und 9. August des Jahres die atomare Hölle über Hiroshima und Nagasaki hereinbricht, entstand – mit Gedanken an die Erfahrungen des 2. Weltkriegs und im Angesicht der neuen Bedrohungen – in der unmittelbaren Nachkriegszeit eine nationale Friedensbewegung. Zahlreiche japanische Künstler verarbeiteten die Schrecken der Atombombe in düsteren Werken, die oftmals das Bild einer post-apokalyptischen Gesellschaft malen und die verheerenden Auswirkungen von Massenvernichtungswaffen auf die moderne Zivilisation und das Ökosystem zeigen.

Vor diesem Hintergrund bildet auch der Ur-Godzilla aus dem Jahr 1954 keine Ausnahme. Während die Bundesrepublik Deutschland im gleichen Jahr durch das Wunder von Bern aus der Depression der Nachkriegszeit gerissen wird, dreht Inoshiro Honda einen Spielfilm über ein Urzeit-Monster, das durch Atombombentests im Pazifik aufgeschreckt die japanischen Inseln heimsucht und zerstört. Erst eine Oxygen-Waffe, die den Sauerstoff in der Luft zersetzt, kann Godzilla stoppen und tötet das überdimensionale Wesen. Die Botschaft des Films ist klar: Der Menschheit drohen schlimme Katastrophen, wenn sie weiterhin die Atomkraft missbraucht.

Obwohl in den kommenden Jahren der klare politische Bezug aus der Godzilla-Reihe verschwindet und die Filme zum Teil in eine sehr skurrile Science-Fiction-Welt abdriften, bleibt der nukleare Holocaust ein wesentlicher Bestandteil aller Streifen. Dem kann und will sich auch Godzilla gegen MechaGodzilla II nicht entziehen. Da wäre zum einen der verzweifelte (und erfolglose) Versuch der Menschheit, durch moderne Technologien die Unbillen der Natur unter Kontrolle zu kriegen oder gar zu beseitigen. Ebenso spielt der unbedachte Eingriff in das Ökosystem, symbolisiert durch die Entwendung des Godzilla-Eis, und natürlich die nukleare Kontamination, aus der Baby Godzilla erst entsteht, eine große Rolle. Erst spät begreifen die Menschen den Zusammenhang zwischen den Zerstörungen und der Geburt von Baby Godzilla, das dem Forscherteam zwar freundlich gegenübertritt, schlussendlich jedoch seiner Natur folgend mit Mama in den Pazifik steigt.

Nicht zuletzt aufgrund dieser zwar nicht sonderlich tiefgreifenden, allerdings auch nicht platten Story, wartet ein kurzweiliges, wenn auch nicht atemberaubendes Filmerlebnis auf den Zuschauer. Freunde der Suitmationstechnik kommen natürlich in den Genuss epischer Kampfszenen im Legoland und Harikan Ryu, Wataru Fukuda und Kenpachiro Satsuma geben als Baby Godzilla, MechaGodzilla und Godzilla, The Real Deal eine akzeptable Figur in ihren dicken Latexkostümen ab. Immerhin müssen sie nicht waagerecht durch die Luft fliegen oder böse gucken.

Wer allerdings auf einen Klassiker hofft, wird enttäuscht werden. Der Film greift zu gerne auf bereits bekannte Elemente aus der Mottenkiste der Saga zurück und wirkt an vielen Stellen ungewohnt blutleer. Da hilft auch die Reanimierung von Rodan nicht weiter, der immer wieder durchs Bild fliegt und den Godzillas abwechselnd auf die Nerven fällt. Godzilla gegen MechaGodzilla II ist eben der Zwanzigste von 28 Godzilla-Streifen, nicht mehr und nicht weniger. So bleiben noch 4 von 10 Punkten für die Produktion übrig, wobei Fans gerne noch zwei Zähler auf die Wertung addieren dürfen.

Deutscher Titel: Godzilla gegen Mechagodzilla II
Originaltitel: Gojira vs. Mekagojira
Studio/Verleih: Splendid Entertainment/WVG
Produktionsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1993
Länge (PAL-DVD): 108 Minuten
Originalsprache: Japanisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Takao Okawara
Drehbuch: Wataru Mimura
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Kazuma Aoki, Ryoko Sano, Megumi Odaka, Akira Nakao, Harikan Ryu, Wataru Fukuda, Kenpachiro Satsuma u.w.

Trailer (selbstverständlich auf japanisch):