Kino-Highlight 2009: KNOWING

 Der Concorde Filmverleih bringt mit KNOWING im kommenden Jahr einen apokalyptischen Thriller in die deutschen Kinos

(c) Concorde Filmverleih GmbH

1959 in Lexington, Massachusetts: Schüler einer Klasse beschreiben in einem Experiment ihre jeweilige Vision der Zukunft und lagern die Unterlagen in einer Zeitkapsel vor der Schule ein. Fünfzig Jahre später wird diese geöffnet und die Notizen und Zeichnungen von damals werden an die jetzigen Schüler ausgehändigt. 

Ted Myles‘ (Nicolas Cage) Sohn Caleb (Chandler Canterbury) bekommt ein mysteriöses Blatt Papier, auf dem sich eine scheinbar unkoordinierte Aneinanderreihung von Zahlenkolonnen befindet. Was steckt hinter den Zahlen? Myles findet heraus, dass ein Teil der Zahlen in Zusammenhang mit tragischen Unfällen und Katastrophen mit globalem Ausmaß in der Vergangenheit steht. Einige bezeichnen bestimmte Daten oder die Anzahl der menschlichen Opfer. Ein weiterer Teil der Zahlenfolge scheint auf Ereignisse in der Zukunft hinzuweisen. Gibt es eine Chance, diesen Code zu knacken und die kommenden Geschehnisse zu beeinflussen? 

(c) Concorde Filmverleih GmbH

(c) Concorde Filmverleih GmbH

Nach „I Robot“ widmen sich Regisseur Alex Proyas und Kameramann Simon Duggan erneut einem geheimnisvollen visionären Thema. Für die Hauptrollen konnten Nicolas Cage („Das Vermächtnis des geheimen Buches“) und Rose Byrne („Troja“) gewonnen werden. Der erst neunjährige Newcomer Chandler Canterbury überzeugt in der Rolle des Caleb. Der Kinostart dieses actiongeladenen Kinoereignis ist für den Frühjahr 2009 angesetzt.

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Night and the City

Der Name „Robert de Niro“ und das Wort „Flop“. Zwei Begriffe, die nicht zusammengehören. Oder etwa doch? Eine Rezension über die Ausnahme, welche die Regel bestätigt.

Night and the City - Die Nacht von Soho

Night and the City - Die Nacht von Soho

Harry (Robert De Niro) fristet ein jämmerliches Dasein. Mit zweifelhaften Bagatellfällen hält sich der erfolglose Anwalt im New Yorker Stadtteil Soho über Wasser, immer auf der Jagd nach dem schnellen Dollar. Als er durch einen Mandanten Einblick in die Box-Szene erhält, wittert er seine große Chance: Mit den Ersparnissen seiner Geliebten Helen (Jessica Lange) versucht sich Harry als Box-Promoter. Doch das Box-Geschäft ist fest in der Hand des allmächtigen Boom Boom Grossman (Alan King), und der hat ganz eigene Methoden, sich die neue Konkurrenz vom Hals zu schaffen… (Quelle: www.digitalvd.de)

Alex Cee steigt in den Ring: Schon im Vorspann fällt dem aufgeklärten Filmfreund ein Name sofort ins Auge. Als Produzent und Regisseur gibt sich ein gewisser Irwin Winkler die Ehre. Irwin Winkler, Irwin Winkler, da war doch was? Richtig! Irwin Winkler ist der berühmte Produzent der Rocky-Filme I bis V und schenkte der Welt im Jahre 1985 die Trash-Fernsehserie schlecht hin: MacGyver. Das bürgt also für Qualität oder zumindest für skurrile Gestalten mit Vokuhila und Selbstbau-Atombombe in der Hosentasche.

Dass in Night and the City weder das eine, noch das andere zu sehen ist, erklärt vielleicht auch, weshalb der Streifen nur 9,48 Millionen US-Dollar an den Kinokassen einspielen konnte. Zugegeben: Die Messlatte für Die Nacht in Soho (so der deutsche Alternativtitel) lag für Winkler sehr hoch. Der Film ist ein Remake des Noir-Klassikers Die Ratten von Soho aus dem Jahr 1950, der wiederum auf einen Roman des Briten Gerald Kersh basiert, einer frühen Ikone der Noir- und Kriminalliteratur.

Night and the City schleppt also ganz schön viel historischen Ballast mit sich rum und bürdete Irwin Winkler, der in diesem Spielfilm erst zum zweiten Mal Regie führte, ein hohes Maß an Verantwortung auf. Schon ein Blick auf die Darstellerliste verdeutlicht, dass er sich dieser bewusst war. Allen voran fällt natürlich der Name Robert de Niro auf, der den windigen Anwalt Harry Fabian so glanzvoll interpretiert, dass ihm angesichts des eher mauen Drehbuchs postum ein Oscar gebührt! Auch Jessica Lange und Alan King präsentieren sich in Hochform und verleihen den Figuren der vorbestraften Kellnerin Helen Nasseros und des skrupellosen Boxpromoters Boom Boom ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit.

Dass Night and the City dennoch so klanglos verpufft, wie ein nasser Silvesterknaller im Schneematsch, liegt nicht zuletzt an der wenig überzeugenden erzählerischen Umsetzung der Vorlage. Vom einstigen Noir-Klassiker ist nicht viel mehr als eine fade Thriller-Komödie übrig geblieben, die mit bierernsten Figuren durch eine absurde Comic-Welt stolpert. Konfusion ist die Folge und es stellt sich die Frage, weshalb ein erfolgreicher Boxveranstalter in einem abgewrackten Anwalt, der noch nicht mal genug Geld für die erste Veranstaltung zusammen bringt, einen ernsthaften Wettbewerber sieht. Allzu durchsichtige Nebenplots, wie die verhängnisvolle Affäre zwischen Helen und Harry, sowie der todbringende Konflikt zwischen dem herzkranken Al und einen gehässigen Türsteher beweisen nur, dass ein paar Boxhandschuhe und ein Schweizer Messer im Schnittraum manchmal eben doch nicht für einen Kassenknüller ausreichend sind. Sehr, sehr  schade um die verpasste Chance. Nur 5 von 10 Punkten.

Deutscher Titel: Night and the City
Deutscher Alternativtitel: Die Nacht von Soho
Originaltitel: Night and the City
Studio/Verleih: 20th Century Fox / Eurovideo Bildprogramm GmbH
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1992
Länge (PAL-DVD): 100 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Irwin Winkler
Drehbuch: Richard Price
Musik: James Newton Howard
Darsteller: Robert De Niro, Jessica Lange, Cliff Gorman, Alan King, Jack Warden, Eli Wallach u.w.

Trailer:
Gute Frage ;-). Um meinen Kollegen Frankster vorzugreifen: Ja, es gibt den Trailer auf You Tube. Ganz bestimmt! Nur hält sich meine Lust in Grenzen, zwischen den Millionen Batman-Clips nach dem richtigen Filmschnipsel zu suchen.  Aus diesem Grund verweise ich mit guten Gewissen auf einen englischsprachigen Trailer, den ich auf den Seiten der New York Times gefunden habe. Viel Spaß 🙂

Snakes on a Plane

Schlangen im Flugzeug verspeisen die Passagiere und Samuel L. Jackson hat was dagegen. Ein Film der hält, was er verspricht, und deshalb an der Kinokasse floppt. Sehr schade!

Snakes on a Plane

Snakes on a Plane

FBI Agent Flynn hat eine Mission: er soll einen Augenzeugen von Hawaii nach Los Angeles geleiten damit der Staat einen brutalen Mafiaboss hinter Gitter bringen kann. Doch als das Flugzeug gerade hoch in der Luft ist bahnen sich hunderte von aggressiven Giftschlangen ihren Weg in die Passagierkabine, attackieren alles was ihnen in den Weg kommt und verbreiten ein Chaos voller Angst und Schrecken. Mit Hilfe eines Schlangenexperten in L.A. versucht Flynn die Situation in den Griff zu bekommen um den Zeugen und die Passagiere vor den tödlichen Reptilien zu schützten. Es beginnt ein actionreicher und nahezu aussichtsloser Flug ums Überleben. (Quelle: Produktbeschreibung)

Snake on a Cee meint: Das Internet – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2006. New Line Cinema freut sich ein Loch in den Bauch. Unter tatkräftiger Mithilfe einiger Hollywood-Blogger ist es dem Filmstudio gelungen, einen gigantischen Hype um ihren neusten Film mit dem schmissigen Arbeitstitel Snake on a Plane zu entfachen. Zahlreiche Nerds und Online-Zombies drehen witzige Trailer und spamen die Foren mit Drehbuchvorschlägen voll. New Line ist sich sicher: Das wird ein Knaller.

Das obligatorische Preview für die Journaille hält man für nicht notwendig, schließlich könnte eine kritische Berichterstattung das sensible Cybervolk verschrecken. Als Ziel für das erste Kinowochenende werden deshalb bescheidene 38 Millionen Dollar ausgegeben, immerhin weiß man die Community hinter sich. Zu doof nur, dass diese von kostenpflichtigen Dienstleistungen nicht viel hält…

Während also die eine Hälfte schon dem nächsten heißen Scheiß hinterher hechelt und die andere noch überlegt, hinter welcher Müllwand sich wohl die Haustür verstecken könnte, verhungert Soap, wie hippe Leute den Streifen nennen, mit einem Einspielergebnis von nur 13,8 Millionen Dollar an den Kinokassen. In Deutschland sehen nur 73.000 Besucher (!) den Streifen und runden den spektakulärsten Flop der jüngeren Filmgeschichte ab. Ein Schock für New Line, das die Konsumfreude mitteilungsbedürftiger Internetgestalten komplett überschätzt hat. Oder gibt es tatsächlich einen triftigen Grund, Snakes on a Plane zu verschmähen?

Zugegeben, der Plot ist schnell erzählt. Aggressive Gift- und Würgeschlangen befreien sich im Frachtraum und fallen über die Passagiere her. Unter ihnen befindet sich FBI-Agent Neville Flynn (Samuel L. Jackson), der den Mordzeugen Eddie Kim (Bryon Lawson) zu einem Schwurgericht begleiten soll. Als die ersten Menschen einen qualvollen Tod erleiden, nimmt Flynn das Heft in die Hand und führt das Heer der Überlebenden in den sicheren Hafen des nächst gelegenen Airports.

Der eindimensionalen Story ungeachtet, bietet Snakes on a Plane wirklich alles, was ein kurzweiliger Katastrophenfilm braucht. Ganz im Stile alter Slasher-Filme bedient der Streifen zielsicher alle Vorurteile und Schockmomente des Trash-Action-Thrillers. Gewürzt mit einem kräftigen Schuss Ironie und Situationskomik hebt sich Soap erfrischend von den geistigen Vätern aus den 1970er Jahren ab und ersetzt den geschniegelten Superhelden mit Blend-A-Dent-Lächeln durch einen kompromisslosen, kantigen Cop mit coolen Sprüchen auf der Lippe. Keine Frage, der Cineasten-Macho kommt voll auf seine Kosten und erfreut sich an der Arbeit der kriechenden Reptilien.

Doch genau diese Kriterien sollten sich als die große Schwachstelle des Films erweisen – zumindest aus ökonomischer Sicht. Erwarteten die Zuschauer nach dem gigantischen Rauschen im World Wide Web nicht weniger als die Neuerfindung des Rades, erhielten sie stattdessen nur einen gut gemachten Genrefilm, der seinen kommerziellen Höhepunkt allerdings schon vor 30 Jahren überschritten hat. Ein klassischen Beispiel für miserables Marketing, was Snake on a Plane den Makel des Kassengifts verleiht. Vollkommen zu unrecht, aber leider nicht zu ändern. Die zischenden 8,5 von 10 Punkten sind da nur ein kleiner Trost…

Deutscher Titel: Snakes on a Plane
Originaltitel: Snakes on a Plane
Studio/Verleih: New Line Cinema / Warner Bros. Germany
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Länge (PAL-DVD): 101 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: David R. Ellis
Drehbuch: John Heffernan, Sebastian Gutierrez, David Dalessandro, John Heffernan
Musik: Trevor Rabin
Darsteller: Samuel L. Jackson, Julianna Margulies, Nathan Phillips, Rachel Blanchard, Bryon Lawson u.w.

Trailer (englisch):

Shadow Hours

Robocop Peter Weller als rätselhafter Psychopath in einem B-Movie voller Serienschauspieler

Shadow Hours

Shadow Hours

Als der Kriminelle Michael aus dem Knast entlassen wird, beginnt für ihn ein neues Leben Nach erfolgreicher Therapie ist er endlich clean, er heiratet, seine Frau erwartet ein Kind. Die Arbeit am Nachtschalter einer Tankstelle ist zwar nicht unbedingt sein Traumjob, doch Michael betrachtet den gläsernen Schaukasten als Chance. Von hier aus kann er unbehelligt und aus sicherer Distanz die Unterwelt von Los Angeles beobachten – eine Welt, mit der er absolut nichts mehr zu tun haben will. Als er jedoch auf den rätselhaften und charismatischen Schriftsteller Stuart Chappell trifft, geraten Michaels gute Vorsätze ins Wanken. Chappell gelingt es, ihn durch das nächtliche L.A. zu schicken angeblich nur für Recherche-Zwecke…

Kritik von Frankster:

„Explosive Mischung aus David Lynch und David Fincher“ beschreibt die Kurz-Rezension den Film auf der Rückseite der DVD. Dies ist natürlich maßlos übertrieben. Regisseur Isaac H. Eaton schickt den Zuschauer in eine Mischung aus Thriller und Drama in gewohnter Low Budget-Atmosphäre, klaut ein wenig von Fight Club und weiß damit durchaus zu unterhalten, schafft jedoch kein filmisches Meisterwerk, an das man sich in ein paar Monaten noch erinnern wird. Ein sicheres Anzeichen für einen billigen amerikanischen (TV-)Movie ist auch Schauspielerin Rebecca Gayheart, die augenscheinlich wie bei uns bei MyHammer.de wahrscheinlich in jedem drittklassigen Film den kostengünstigsten Zuschlag erhält 😉

Balthazar Getty (Serienfreunden wohl eher bekannt als Thomas Walker in „Brothers and Sisters“) fällt in diesem Film auf den mysteriösen Peter Weller herein. Dieser zeigt ihm eine Welt des Reichtums, jedoch auch des Betrugs und der Drogen, denen Michael (Getty) entsagte um mit seiner Frau ein neues Leben zu beginnen. Nebenbei spielen natürlich auch die Polizei und ein Mörder in der Nachbarschaft eine Rolle, wobei man im Film natürlich auf die falsche Fährte geschickt wird. Am Ende gibt es ein Happy End und Wellers Filmrolle ist natürlich nicht der, für den man ihn gehalten hat. Einmal geschaut, gleich wieder verdaut: 3 von 10 Punkten


Filminfos:

Originaltitel: Shadow Hours
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2000
Originalsprache: Englisch
Regie: Isaac H. Eaton
Drehbuch: Isaac H. Eaton
Darsteller: Balthazar Getty, Peter Welly, Rebecca Gayheart

Genere: Thriller/Drama
Verleih: KinoWelt
Länge: 95 Minuten
FSK/USK: 18

Ausschnitt aus Shadow Hours

(Einen deutschen Trailer findet ihr hier )

Akte X – Jenseits der Wahrheit

Akte X - Jenseits der Wahrheit

Akte X - Jenseits der Wahrheit

Eine FBI-Agentin ist entführt worden. Der ehemalige Priester und verurteilte Päderast Crissman (Billy Connolly) behauptet, eine Vision von der Verschwundenen zu haben – und führt die Polizei zu einem abgetrennten Männerarm im Eis. Merkwürdig genug, um die ehemaligen FBI-Agenten Scully (Gillian Anderson) und Mulder (David Duchovny) heranzuziehen. Beide haben Erfahrung mit unerklärlichen Fällen. Doch während sind die zwei noch fragen, ob der hellsehende Crissman ein Betrüger ist, scheint die Tat das Verbrechen eines Serienmörders zu sein. Je tiefer Mulder und Scully in den Fall hineingezogen werden, desto mehr wird ihr Selbstverständnis und ihr Glaube geprüft. (Quelle: cinefacts.de)

FranXsters X-File:


Der Stern schreibt passender Weise: „Pädophile Priester und Homoehe, Stammzelltherapie und Organhandel: Was wie die Tagesordnung einer Krisensitzung im Vatikan klingt, sind nur einige der Themen, die im neuen Akte X-Kinofilm Jenseits der Wahrheit angeschnitten werden.“ Recht hat Stern-Redakteur Kai Kupferschmidt. Was Chris Carter dazu bewogen haben mag, aus dem zweiten Akte X Kinofilm einen drittklassigen Thriller zu  machen … ich kann es mir nicht erklären.

Als in den 1990’ern die Serie noch wöchentlich Millionen von Zuschauern vor die Fernsehgeräte zog, lag das vorwiegend an den mysteriösen Themen, die in diesem Film leider so präsent sind, wie Intelligenz bei der Sekte Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Akte X war eine wirklich hervorragende Serie. Es ging um Außerirdisches, Mysteriöses, Unglaubliches – schlichtweg alles, was in diesem Film keine Rolle mehr spielt. Auch das David Duchovnys deutsche Syncronstimme Benjamin Völz wegen durchaus berechtigter Gagenforderung durch Johannes Baasner (die Stimme von Ben Affleck und Owen Wilson) ausgetauscht wurde, hat dem Film eindeutig nicht gut getan. Insgesamt gesehen ein netter Versuch … doch leider nicht mehr. Von daher nur  6 von 10 Punkten für den eindeutig misslungenen Versuch, alte Zeiten wiederzubeleben.

Deutscher Titel: Akte X – Jenseits der Wahrheit
Originaltitel: The X-Files: I Want to Believe
Produktionsland: USA, Kanada
Erscheinungsjahr: 2008
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: Chris Carter
Drehbuch: Chris Carter, Frank Spotnitz
Darsteller: David Duchovny, Gillian Anderson, Billy Connolly, Amanda Peet, Xzibit u.w.

Deutscher Trailer:

Invasion

Invasion

Invasion

Eine gewaltige Explosion zerreißt den Himmel zwischen Dallas und Washington D/C – die Trümmer des zerborstenen Spaceshuttle Patriot regnen auf die USA herab. Die Behörden bekommen die Katastrophe zwar sofort unter Kontrolle, doch bald tauchen Gerüchte auf, dass an den Wrackteilen eine merkwürdige Substanz klebt: Und wer mit ihr in Berührung kommt, ist nicht mehr derselbe… Eine geheimnisvolle, bedenkliche Epidemie breitet sich von Washington DC aus immer schneller aus, die das Verhalten der Menschen radikal verändert. Die Psychiaterin Carol Bennell findet heraus, dass es sich um den Vorboten einer von Außeririschen gelenkten Invasion handelt. Fortan setzt sie alles daran, ihren Sohn zu beschützen, der womöglich der Schlüssel dafür sein könnte, die bevorstehende Invasion abzuwenden. (Quelle: Amazon.de)

Alex Cee startet die kritische Invasion:

Dieser 2007 abgedrehte Streifen gilt als eines der größten Flops in der Karriere von Nicole Kidman. Von den Kritikern zerrissen und vom Publikum gemieden, blieben die Kinosäle leer, während Kidman auf der Leinwand darum kämpft, bloß nicht einzuschlafen.

Welch bittere Parallele zum Publikum, mag sich da der eine oder andere denken, doch dieser Vergleich trügt. Zugegeben, Invasion kann sich nicht entscheiden, ob es nun ein Drama, ein Horrorfilm, ein Action-Streifen oder Science Fiction-Thriller sein möchte. Das liegt nicht zuletzt an der chaotischen Produktion des Films selber, der durch die Hände von gleich vier Regisseuren ging (Oliver Hirschbiegel, die Wachowski-Brüder und James McTeigue). Dennoch weiß Invasion zu überzeugen, wenn die erste halbe Stunde des Films vorbei ist. Es mag sein, dass Hirschbiegel einen kritischen, fast schon selbstreferentiellen Film drehen wollte. Leider bleibt in der Endfassung davon nicht viel übrig, so dass sich der Zuschauer fragt, was dieser elend lange Prolog nur zu bedeuten hat. Die zweite Hälfte von Invasion überzeugt dagegen durch großes Tempo und tollem Popkorn-Kino, das über die inhaltlichen Schwächen der ersten halben Stunde hinwegtröstet.

Invasion ist es nicht gelungen, die berühmte Romanvorlage Die Körperfresser kommen gekonnt umzusetzen. Dadurch ist der Streifen noch lange nicht gescheitert. Wer die ersten Minuten durchsteht, wird mit einem kurzweiligen und actiongeladenen Finish belohnt. 6,5 von 10 Punkten

Franksters invasiert weiter:

Eine Neuverfilmung im Body Snatchers Universum? Schaun wir mal: 1955 wurde von Jack Finney in den USA das Buch veröffentlicht und 1956 erstmals als Invasion of the Body Snatchers (Die Dämonischen) unter der Regie von Don Siegel verfilmt. 1978 folgte ein Remake von Philip Kaufmann, der für seine Version Stars wie Donald Sutherland, Brooke Adams und Leonard Nimoy auffuhr und natürlich die vor allen Dingen aus dem Nachtprogramm im TV bekannte Version Body Snatchers – Angriff der Körperfresser aus dem Jahr 1993, wo die komplette Handlung von Abel Ferrara auf einen US-Armeestützpunkt verlegt wurde. Auch Robert Rodriguez The Faculty (1998 ) scheint, wie die TV-Serie Invasion (1997) im Body Snatchers Universum zu spielen, auch wenn der Film eher als Satire anzusehen ist. Mit Invasion erschien 2007 die bis dato letzte Version der Dämonischen – diesmal wie Kollege Cee schon anmerkte, mit Nicole „sexy ass“ Kidman und Craig „007“ Bond in den Hauptrollen.

Kritiken wie „cineastischer Blindgänger“ oder auch „charakterloser Thriller“ mögen mit dafür Sorge getragen haben, dass der Film – schreiben wir es ruhig aus – ein Flop war. Hauptsächlich liegt dies jedoch daran, dass der Film wirklich nicht weiß, was er sein möchte. Dabei ist die Geschichte nach wie vor eine der faszinierenden Science-Fiction-Storys unserer Filmgeschichte. Eine Übernahme der Welt durch außerirdische Viren/Bakterien, die unser Bewußtsein verändern .. genial! Leider hat man 2007 nicht mehr soviel mit der Geschichte anzufangen gewußt, wie noch in den Jahrzehnten zuvor. Daher auch von mir berechtigte 6,5 von 10 Punkten (+ ein Extrapunkt für Nicole Kidmans ’07 inzwischen vierzigjährigen Hintern, der eine eigene Fotoserie in Hochglanzmagazinen verdient hätte ;-))


Deutscher Titel: Invasion
Originaltitel:     The Invasion
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): ca. 93 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie:     Oliver Hirschbiegel
Drehbuch: Dave Kajganich
Produktion: Joel Silver
Musik: John Ottman
Darsteller: Nicole Kidman, Daniel Craig, Jeremy Northam, Susan Floyd u.w.

Deutscher Trailer:

Snatch – Schweine und Diamanten

Snatch - Schweine und Diamanten

Snatch - Schweine und Diamanten

Um ein gutes Dutzend schräger Vögel dreht sich die verzwickte Handlung von „Snatch“. Franky Four Fingers (Benicio Del Toro) stiehlt in Antwerpen für seinen Boss, den Juden Avi (Dennis Farina), einen 86 Karat schweren, lupenreinen Diamanten. Doch bei einer Stippvisite in London wird Franky selbst überfallen – der edle Stein fällt in die Hände des skrupellosen Russen Boris, die Klinge (Rade Serbedzija). Boss Avi eilt flugs aus New York herbei, um den Edelstein mit Hilfe des Schlägers Tony (Ex-Fußball-Profi Vinnie Jones) wieder zu beschaffen. Eher durch Zufall mischen bald die beiden glücklosen Boxpromoter Turkish (Jason Statham) und Tommy (Stephen Graham) auf der Jagd nach dem Diamanten mit. Doch eigentlich haben sie ganz andere Probleme. Nachdem ihr Preisboxer Georgeous George (Adam Fogerty) ausgefallen ist, setzt sie die brutale Branchengröße Bricktop (Alan Ford) unter Druck. Der nuschelnde Zigeuner-Boxer Mickey (Brad Pitt) soll als Ersatz einspringen. Doch der ist sehr eigenwillig… (Quelle: filmstars.de)

Alex „The Bad Boy“ Cee meint: Es gab eine Zeit, da galt Guy Ritchie als die europäische Antwort auf Quentin Tarantino. Wie kein zweiter Regisseur verstand es der Engländer, turbulente und abwechslungsreiche Stories aus der Unterwelt mit dem klassischen, britischen Humor der schwarzen Sorte zu verbinden.

Vergleichbar mit Robert Rodriguez‘ Doppelfeature El Mariachi (1993) und Desperado (1995), nahm sich Ritchie die Freiheit, mit Snatch – Schweine und Diamanten thematisch und strukturell an sein Spielfilmdebüt Bube, Dame, König, grAs (1999) anzuknüpfen und den Film mit einem etwas anderen Set und wesentlich mehr Geld erneut abzudrehen. Das Resultat kann sich sehen lassen und nährte die Hoffnung auf weitere Meisterwerke. Dann allerdings trat Madonna in sein Leben und Ritchies Eier schrumpelten zu einer winzigen Trockenpflaume zusammen, wie es wohl der Schläger Tony formuliert hätte…

Während Fans und Freunde der britischen Komödie hoffen, Ritchie habe nach seiner Trennung von der extrovertierten Popdiva seine sieben Jahre Pech für einen zerbrochenen Spiegel endlich abgesessen, mag ich nicht ganz an ein umjubeltes Comeback glauben. Zu ähnlich sind sich Snatch und Bube, Dame, König, grAs, zu austauschbar seine Figuren und Motive. Es scheint, als sei die Abhandlung über alle Gangster-Stereotypen, die auf der britischen Insel rumlaufen, der einzige Schuss in seinem Lauf. Dafür trifft diese Kugel ganz genau und verfehlt auch nach dem fünften oder sechsten Knall nicht sein Ziel.

Grandios und mit viel Liebe zum Detail portraitiert Ritchie die Figuren in Snatch, die einem sündhaft teuren Diamanten hinterher eilen, der von einem Hund verschluckt wird. Dabei nimmt Guy – typisch britisch – keine Rücksicht auf die politisch korrekte Darstellung von ethnischen Gruppen und überzeichnet gekonnt die gängigen Vorurteile über Juden, Russen, Farbige, Sinti und Roma, Briten und Amerikaner. Nahezu perfekt fügen sich die Darsteller in ihre Rollen ein und verleihen ihnen so einen zusätzlichen Schuss Glaubwürdigkeit. Ob Alan Ford als Schweinezüchter Bricktop, Vinnie Jones als brutaler Bully mit britischer Attitüde, Rade Šerbedžija als unverwüstlicher und grobmotorischer Russe oder Brad Pitt in der Paraderolle als nuschelnder Gipsy, selten konnte ein Casting so überzeugen wie bei Snatch – Schweine und Diamanten.

Abgerundet durch einen der besten Soundtracks der letzten zehn Jahre, dürfen alle Freunde des britischen Films, der schwarzen Komödie und des rasanten Gangster-Thrillers diesen Streifen nicht verpassen. Anschauen! 9 von 10 Punkten.

Deutscher Titel: Snatch – Schweine und Diamanten
Originaltitel: Snatch
Produktionsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2000
Länge (PAL-DVD): 99 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Guy Ritchie
Musik: Noel Gallagher, John Murphy
Darsteller: Brad Pitt, Jason Statham, Stephen Graham, Benicio del Toro, Dennis Farina, Vinnie Jones, Rade Šerbedžija, Ewen Bremner, Alan Ford u.w.

Englischer Trailer: