Godzilla gegen MechaGodzilla II

Bitte melde Dich: Auf der Suche nach seinem ausgebrüteten Filius bleiben ein paar Hochhäuser an der Ferse kleben. Godzilla im Familienstreß legt zum zwanzigsten Mal japanische Großstädte in Schutt und Asche.

Godzilla gegen MechaGodzilla II

Godzilla gegen MechaGodzilla II

Aus Trümmern künstlich hergestellt und aufgebaut, stellt Mechagodzilla die ultimative Waffe gegen Godzilla dar. Das hochtechnisierte, atombetriebene und diamantengepanzerte Monster wird von Menschen als neue ultimative Waffe gegen Godzilla eingesetzt. Gleichzeitig wird auf einer gesperrten Insel, durch atomare Strahlung verseucht, von einem Forscherteam ein riesiges Ei entdeckt und für Forschungszwecke mitgenommen. Doch als aus dem Ei Babygodzilla schlüpft, machen sich Rodan und Godzilla auf den Weg, um ihren Schützling aus der Hand der Menschen zu befreien. Doch das soll verhindert werden, denn Babygodzilla ist bereits ein beliebtes Forschungsobjekt und wird von dem übermächtigen Mechagodzilla verteidigt. Ein gigantischer Kampf bricht los… (Quelle: Produktbeschreibung)

Alex Cee trampelt durch Tokio: Für die einen ist Godzilla ein unbewegliches Gummimonster, das durch eine Modelleisenbahn-Kulisse stampft. Für die anderen ist er längst das ultimative Kultmonster der Filmgeschichte, das sich auch nicht durch ein schlechtes, amerikanisches Sequel im Pazifik versenken lässt. Ganz klar: Godzilla verfügt über mindestens 28 Leben, die er in seinen Abenteuern auch größtenteils verbraucht. Nur James Bond wagt es, an diese Ziffer heranzureichen.

Doch was macht eigentlich die Faszination der überdimensionalen Eidechse aus, die seit 54 Jahren durch kleine, japanische Miniaturstädte walzt? Ist es wirklich nur die einzigartige Filmtechnik, die den destruktiven Kindheitstraum erfüllt, die ollen rosa Puppenhäuser der kleinen Schwester einmal kräftig aus dem Fenster zu treten? Oder verbirgt sich etwa mehr hinter der Filmreihe?

Wie wohl alle Beiträge Japans zur modernen Popkultur, lässt sich auch der geistige Eisprung Godzillas ziemlich genau in den Sommer 1945 zurückverfolgen: Als am 6. und 9. August des Jahres die atomare Hölle über Hiroshima und Nagasaki hereinbricht, entstand – mit Gedanken an die Erfahrungen des 2. Weltkriegs und im Angesicht der neuen Bedrohungen – in der unmittelbaren Nachkriegszeit eine nationale Friedensbewegung. Zahlreiche japanische Künstler verarbeiteten die Schrecken der Atombombe in düsteren Werken, die oftmals das Bild einer post-apokalyptischen Gesellschaft malen und die verheerenden Auswirkungen von Massenvernichtungswaffen auf die moderne Zivilisation und das Ökosystem zeigen.

Vor diesem Hintergrund bildet auch der Ur-Godzilla aus dem Jahr 1954 keine Ausnahme. Während die Bundesrepublik Deutschland im gleichen Jahr durch das Wunder von Bern aus der Depression der Nachkriegszeit gerissen wird, dreht Inoshiro Honda einen Spielfilm über ein Urzeit-Monster, das durch Atombombentests im Pazifik aufgeschreckt die japanischen Inseln heimsucht und zerstört. Erst eine Oxygen-Waffe, die den Sauerstoff in der Luft zersetzt, kann Godzilla stoppen und tötet das überdimensionale Wesen. Die Botschaft des Films ist klar: Der Menschheit drohen schlimme Katastrophen, wenn sie weiterhin die Atomkraft missbraucht.

Obwohl in den kommenden Jahren der klare politische Bezug aus der Godzilla-Reihe verschwindet und die Filme zum Teil in eine sehr skurrile Science-Fiction-Welt abdriften, bleibt der nukleare Holocaust ein wesentlicher Bestandteil aller Streifen. Dem kann und will sich auch Godzilla gegen MechaGodzilla II nicht entziehen. Da wäre zum einen der verzweifelte (und erfolglose) Versuch der Menschheit, durch moderne Technologien die Unbillen der Natur unter Kontrolle zu kriegen oder gar zu beseitigen. Ebenso spielt der unbedachte Eingriff in das Ökosystem, symbolisiert durch die Entwendung des Godzilla-Eis, und natürlich die nukleare Kontamination, aus der Baby Godzilla erst entsteht, eine große Rolle. Erst spät begreifen die Menschen den Zusammenhang zwischen den Zerstörungen und der Geburt von Baby Godzilla, das dem Forscherteam zwar freundlich gegenübertritt, schlussendlich jedoch seiner Natur folgend mit Mama in den Pazifik steigt.

Nicht zuletzt aufgrund dieser zwar nicht sonderlich tiefgreifenden, allerdings auch nicht platten Story, wartet ein kurzweiliges, wenn auch nicht atemberaubendes Filmerlebnis auf den Zuschauer. Freunde der Suitmationstechnik kommen natürlich in den Genuss epischer Kampfszenen im Legoland und Harikan Ryu, Wataru Fukuda und Kenpachiro Satsuma geben als Baby Godzilla, MechaGodzilla und Godzilla, The Real Deal eine akzeptable Figur in ihren dicken Latexkostümen ab. Immerhin müssen sie nicht waagerecht durch die Luft fliegen oder böse gucken.

Wer allerdings auf einen Klassiker hofft, wird enttäuscht werden. Der Film greift zu gerne auf bereits bekannte Elemente aus der Mottenkiste der Saga zurück und wirkt an vielen Stellen ungewohnt blutleer. Da hilft auch die Reanimierung von Rodan nicht weiter, der immer wieder durchs Bild fliegt und den Godzillas abwechselnd auf die Nerven fällt. Godzilla gegen MechaGodzilla II ist eben der Zwanzigste von 28 Godzilla-Streifen, nicht mehr und nicht weniger. So bleiben noch 4 von 10 Punkten für die Produktion übrig, wobei Fans gerne noch zwei Zähler auf die Wertung addieren dürfen.

Deutscher Titel: Godzilla gegen Mechagodzilla II
Originaltitel: Gojira vs. Mekagojira
Studio/Verleih: Splendid Entertainment/WVG
Produktionsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1993
Länge (PAL-DVD): 108 Minuten
Originalsprache: Japanisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Takao Okawara
Drehbuch: Wataru Mimura
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Kazuma Aoki, Ryoko Sano, Megumi Odaka, Akira Nakao, Harikan Ryu, Wataru Fukuda, Kenpachiro Satsuma u.w.

Trailer (selbstverständlich auf japanisch):

Starship Troopers 3: Marauder

Gigantische Insekten fressen erneut das Drehbuch auf – Starship Troopers geht in Runde 3!

Starship Troopers III

Starship Troopers III

Der Krieg gegen die Bugs dauert nun schon seit Jahren an und noch immer ist kein Sieg in Sicht. Die riesigen Insekten sorgen mit ich rasend schnell entwickelnden Mutationen für immer neue Probleme für die scheinbar unterlegene Menschheit. Auch unter der Zivilbevölkerung macht sich Unmut breit, die Zahl der Kriegsgegner wächst, die Föderation verliert an Ansehen. Johnny Rico (Casper van Dien) ist inzwischen zum erfolgreichen und beinharten General aufgestiegen. Doch als er auf einer Farmer-Kolonie auf seine alte Bekannte Lola Beck (Jolene Blalock) trifft, gerät er in Schwierigkeiten. Es kommt zum Handgemenge mit einem Vorgesetzten, Rico wird wegen Ungehorsams zum Tod am Strick verurteilt. Die Föderation verschont ihn aber überraschend, nur um ihn auf ein Himmelfahrtskommando zu schicken: Er soll den verschollenen Sky Marshall (Stephen Hogan) auf einem von Bugs verseuchten Planeten ausfindig machen… (Quelle: COPFKILLER bei OFDB.de)

Bug Frankster splattert:

Eine sehr gelungene Mischung aus Action, Comedy, Drama, Satire und verdammt vielen hässlichen Insekten machten den ersten Starship Troopers aus dem Jahr 1997 zu einem Glanzlicht des modernen Science-Fiction Filmgenres. Als ganze sieben Jahre später mit Starship Troopers 2: Held der Föderation endlich der Nachfolger als direkte Videoproduktion auf den Markt geworfen wurde, freuten sich tausende von Trooper-Fans ein Loch ins Knie – wurden jedoch bitter enttäuscht:

Gänzlich unbekannte Schauspieler quälten sich durch ein offensichtlich stark am Computer bearbeitetes Low-Budget Werk im Sat1-TV-Movie-Drehbuchstil. Zudem musste Teil 2 mit nur 7 Millionen US-Dollar Gesamtkosten auskommen (im Vergleich: in den ersten Teil wurden 95 Millionen gepumpt) – einem Problem, das man dem Film sehr wohl ansah. Geht man dann noch davon aus, dass von diesen sieben Riesen mindestens einer in schlechtes Koks für die Autoren floss, versteht sich fast von selbst, warum Held der Föderation im Endeffekt zu solch einem Dünschiss wurde.

Heute geht es allerdings um Teil 3, der den irreführenden Untertitel „Marauder“ hat. Marauder sind neu entwickelte Kampfroboter, die bereits im Starship Troopers PC-Spiel zum Einsatz kamen und mit diesem Film hier ungefähr soviel zu tun haben, wie Tine Wittler und die neue Brigitte-Diät. Nein, im Ernst: Die Marauder tauchen in einem Moment nostalgischer 16-Bit-Super Nintendo-Ära Animation in den letzten Minuten des Films auf und sorgen in einer Godzilla’esquen Rettungsaktion (zwei Ischen beten zu Gott und wiederholen dies immer und immer wieder in einer Form von Gesang) für das Happy End.

Zuviel verraten? Nicht im geringsten, denn ansonsten ist Starship Troopers 3 ein recht ansehnlicher Film, was vor allen Dingen an Casper Van Dien als Johnny Rico liegt, der im zweiten Teil schmerzlich vermisst wurde und der eigentliche Hauptdarsteller des ersten Teils war. Doch auch Van Dien täuscht nicht über ein erneut recht schwaches Drehbuch hinweg, was sich jedoch wenigstens teilweise wieder auf die Stärken des ersten Teils zu stützen versucht. Zurück bleibt ein fader Nachgeschmack und die Erkenntnis, dass wieder einmal nicht genug aus der Geschichte herausgeholt wurde. Kein Film für die heimische DVD-Sammlung, aber durchaus für einen Filmabend zu empfehlen. 6 von 10 Punkten

Originaltitel:     Starship Troopers 3: Marauder
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2008
Originalsprache: Englisch
Regie:     Edward Neumeier
Drehbuch: Edward Neumeier
Musik:     Klaus Badelt, Ian Honeyman, Andrew Raiher
Darsteller: Casper Van Dien, Jolene Blalock, Catherine Oxenberg, Boris Kodjoe u.w.

US-Trailer:

Akte X – Jenseits der Wahrheit

Akte X - Jenseits der Wahrheit

Akte X - Jenseits der Wahrheit

Eine FBI-Agentin ist entführt worden. Der ehemalige Priester und verurteilte Päderast Crissman (Billy Connolly) behauptet, eine Vision von der Verschwundenen zu haben – und führt die Polizei zu einem abgetrennten Männerarm im Eis. Merkwürdig genug, um die ehemaligen FBI-Agenten Scully (Gillian Anderson) und Mulder (David Duchovny) heranzuziehen. Beide haben Erfahrung mit unerklärlichen Fällen. Doch während sind die zwei noch fragen, ob der hellsehende Crissman ein Betrüger ist, scheint die Tat das Verbrechen eines Serienmörders zu sein. Je tiefer Mulder und Scully in den Fall hineingezogen werden, desto mehr wird ihr Selbstverständnis und ihr Glaube geprüft. (Quelle: cinefacts.de)

FranXsters X-File:


Der Stern schreibt passender Weise: „Pädophile Priester und Homoehe, Stammzelltherapie und Organhandel: Was wie die Tagesordnung einer Krisensitzung im Vatikan klingt, sind nur einige der Themen, die im neuen Akte X-Kinofilm Jenseits der Wahrheit angeschnitten werden.“ Recht hat Stern-Redakteur Kai Kupferschmidt. Was Chris Carter dazu bewogen haben mag, aus dem zweiten Akte X Kinofilm einen drittklassigen Thriller zu  machen … ich kann es mir nicht erklären.

Als in den 1990’ern die Serie noch wöchentlich Millionen von Zuschauern vor die Fernsehgeräte zog, lag das vorwiegend an den mysteriösen Themen, die in diesem Film leider so präsent sind, wie Intelligenz bei der Sekte Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Akte X war eine wirklich hervorragende Serie. Es ging um Außerirdisches, Mysteriöses, Unglaubliches – schlichtweg alles, was in diesem Film keine Rolle mehr spielt. Auch das David Duchovnys deutsche Syncronstimme Benjamin Völz wegen durchaus berechtigter Gagenforderung durch Johannes Baasner (die Stimme von Ben Affleck und Owen Wilson) ausgetauscht wurde, hat dem Film eindeutig nicht gut getan. Insgesamt gesehen ein netter Versuch … doch leider nicht mehr. Von daher nur  6 von 10 Punkten für den eindeutig misslungenen Versuch, alte Zeiten wiederzubeleben.

Deutscher Titel: Akte X – Jenseits der Wahrheit
Originaltitel: The X-Files: I Want to Believe
Produktionsland: USA, Kanada
Erscheinungsjahr: 2008
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: Chris Carter
Drehbuch: Chris Carter, Frank Spotnitz
Darsteller: David Duchovny, Gillian Anderson, Billy Connolly, Amanda Peet, Xzibit u.w.

Deutscher Trailer:

Targoor – Das Ding aus dem Inneren der Erde

Es schlummerte 50.000 Jahre im innern der Erde – doch dann zogen wir es aus den Untiefen des Wühltischs…

Targoor - Das Ding aus dem Inneren der Erde

Targoor - Das Ding aus dem Inneren der Erde

Bei Ölbohrungen in Alaska wird ein schreckliches Ungeheuer aus der Tiefe ans Tageslicht befördert. Ein vorsintflutliches, grauenvolles Wesen, das Tod und Vernichtung über die Menschen bringt. Dabei hatte alles so harmlos angefangen: Der Wissenschaftler Scott wollte nur das relativ kleine, fremdartige Lebewesen studieren. Er konnte nicht die schnelle Entwicklung und das explosive Wachstum der hässlichen Kreatur vorausahnen. Plötzlich treten mehrere mysteriöse Todesfalle ein. Jake, der Chef der Bohrinsel, erkennt die tödliche Gefahr als erster und versucht mit zwei weiteren Leuten das gewalttätige Monster zu stoppen. Fieberhaft suchen sie nach einem Mittel, das grauenvolle Biest zu vernichten, bevor es sich fortpflanzen kann. Sie kämpfen gegen die Zeit und die Urgewalt der Natur, denn die Konsequenzen sind unvorstellbar… (Quelle: www.digitaldvd.de)

Alex Cee gruselt sich: Die 1980er waren schon ein seltsames Jahrzehnt. Michael Jackson stülpt sich ein Handschuh über und wird zum Superstar, Sylvester Stallone erledigt in seinen Filmen mehr Kommunisten als der Ostblock Einwohner zählt und die USA wählt einen ehemaligen B-Movie Schauspieler zu ihrem Präsidenten. Beste Voraussetzungen also um mit einer Handvoll Dollar-Scheine ein paar hungrige Schauspielimitatoren in den Hinterhöfen Hollywoods für eine warme Suppe an das Set von Targoor zu locken.

Dieser Fernsehfilm aus dem Jahr 1981 wurde auf dem Höhepunkt der Trash-Welle vom US-Sender ABC produziert und TATSÄCHLICH ausgestrahlt! Was sich heute noch nicht einmal 9Live trauen würde, war vor 27 Jahren gängige Praxis. Angesichts des gerade entstehenden Videomarktes, mussten für die schrankgroßen Rekorder schleunigst neue Filme her. Da natürlich auch jeder Fernsehsender von dem wachsenden Markt profitieren wollte, entstanden skurrile Fließbandproduktionen, die selbst mit viel Alkohol kaum zu ertragen sind.

Selbstverständlich schwappte dieser Trend auch bald in die bundesdeutschen Wohnzimmer und so beglückte uns das Videolabel Carrera bereits wenige Jahre später mit dem Deutschland-Debüt von Targoor – Reise ins Grauen (dankenswerterweise hatten die Mitarbeiter des Marketings diesen kleinen Warnhinweis im Titel versteckt). Es vergingen zwei Jahrzehnte, ehe Starmedia Home Entertainment die Rechte im Müll fand und Targoor zu einem unbeachteten Comeback verhalf. Nach Verhaftung und Überstellung an das UN-Menschenrechtstribunal nahm sich im Februar 2007 schließlich die Elfra Film- u. Verlags-GmbH des Streifens an. Elfra ist normalerweise für sein hochwertiges und seriöses Verlagsprogramm aus den Bereichen 2. Weltkrieg, Kampfsport und Manga-Erotik bekannt, verlegt aber auch alte Bruce Lee-Schinken und verstaubte Western. Dass diesem Unternehmen Targoor so peinlich ist, dass es sich hinter dem Pseudonym NUM verstecken muss, sagt eigentlich alles über diesen Film aus…

Für den unschlagbaren Hartz-IV-Preis von 1,99 € erwartet wohl niemand eine Oscar-Produktion. Allerdings mutet es schon befremdlich an, wenn erwachsene Menschen derart dilettantisch über eine Bohrinsel stolpern und Dialoge zum Besten geben, die aus der Feder eines achtjährigen stammen müssen. Satzfragmente wie „Ich habe mit 16 meinen Freund umgebracht. Allerdings war das nicht so schlimm, der Richter sagte, ich muss nur die Stadt verlassen“ oder „Vor vielen Jahren haben Superaffen den Planeten beherrscht, die jedoch ohne eine Spur zu hinterlassen von der Erde verschwunden sind. Wir wissen noch nicht mal, ob es sie gab“ wären für mich eigentlich ein Grund, die Männchen mit den weißen Kitteln zu rufen. In den USA erhalten solche Menschen ein Einstellung als Drehbuchautoren. Auch eine Art der Therapie.

So kommt schließlich eins zum anderen und der Streifen nach 70 Minuten zum vermutlichen Höhepunkt. Ein Monster krabbelt aus dem Bauch einer nymphomanischen Bohrinselangestellten, öffnet Türen, klettert auf Leitern und tötet Menschen. Anders als es sich auf dem Cover vermuten lässt, ist das Ding allerdings nur enttäuschende 180 cm klein und wirkt auch sonst eher wie ein Komparse im Lackanzug und Fahrradhelm auf dem Kopp. Entpuppte sich seine Vorgeburt als eine Alien-Puppe aus der Muppetshow, setzt das Special Effect-Team jetzt noch einen drauf. Die unbeschreiblich nerv tötende Synthesizer-Mucke geht eine Symbiose mit den Geräuschabsonderungen des Monsters (Elll, elll, elll, elll usw.) ein und sorgt – wenn schon nicht für Spannung – wenigstens für Kopfschmerzen. Währenddessen schießt Bohrleider Jake Nevins (Chad Everett) mit Leuchtraketen auf das Ding und während ich mich frage, ob er hauptberuflich nicht den Schnauzbart von „Magnum“ Tom Selleck doubelt, explodiert auch schon der Komparse und ich habe es überstanden. 1 von 10 Punkten für den erfreulich kurzen Abspann, der auf der DVD nicht stattfindet.

Ach so, bevor ich es vergesse: Wir haben noch mehr Titel des brandheißen C-Movie Labels NUM in unseren Besitz gebracht! Freut Euch also mit uns auf weitere Klassiker aus den Untiefen des Wühltischs…

Deutscher Titel: Targoor – Das Ding aus dem Inneren der Erde (alternativ: Targoor – Reise ins Grauen)
Originaltitel: The Intruder within
Studio/Verleih: ABC Furia-Oringer / NUM (Elfra Film- u. Verlags-GmbH)
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1981
Länge (PAL-DVD): 92 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: Peter Carter
Drehbuch: Ed Waters
Musik: Gil Melle
Darsteller: Chad Everett, Joseph Bottoms, Jennifer Warren, Rockne Tarkington, Lynda Mason, Green Paul Larsson, James Hayden u.w.

Bei einem Kaufpreis von 2 Euro macht sich noch nicht einmal der größte Nerd die Mühe, aus dem Rotz auch noch einen Trailer zu schneiden.

EDIT: Der Frankster weiß im Gegensatz zu Alex Cee mit einer Such-Funktion umzugehen und das jeder schlechte Film einen Trailer im Netz haben MUSS. Es folgt der US-Trailer aus dem Jahr 1981:

Invasion

Invasion

Invasion

Eine gewaltige Explosion zerreißt den Himmel zwischen Dallas und Washington D/C – die Trümmer des zerborstenen Spaceshuttle Patriot regnen auf die USA herab. Die Behörden bekommen die Katastrophe zwar sofort unter Kontrolle, doch bald tauchen Gerüchte auf, dass an den Wrackteilen eine merkwürdige Substanz klebt: Und wer mit ihr in Berührung kommt, ist nicht mehr derselbe… Eine geheimnisvolle, bedenkliche Epidemie breitet sich von Washington DC aus immer schneller aus, die das Verhalten der Menschen radikal verändert. Die Psychiaterin Carol Bennell findet heraus, dass es sich um den Vorboten einer von Außeririschen gelenkten Invasion handelt. Fortan setzt sie alles daran, ihren Sohn zu beschützen, der womöglich der Schlüssel dafür sein könnte, die bevorstehende Invasion abzuwenden. (Quelle: Amazon.de)

Alex Cee startet die kritische Invasion:

Dieser 2007 abgedrehte Streifen gilt als eines der größten Flops in der Karriere von Nicole Kidman. Von den Kritikern zerrissen und vom Publikum gemieden, blieben die Kinosäle leer, während Kidman auf der Leinwand darum kämpft, bloß nicht einzuschlafen.

Welch bittere Parallele zum Publikum, mag sich da der eine oder andere denken, doch dieser Vergleich trügt. Zugegeben, Invasion kann sich nicht entscheiden, ob es nun ein Drama, ein Horrorfilm, ein Action-Streifen oder Science Fiction-Thriller sein möchte. Das liegt nicht zuletzt an der chaotischen Produktion des Films selber, der durch die Hände von gleich vier Regisseuren ging (Oliver Hirschbiegel, die Wachowski-Brüder und James McTeigue). Dennoch weiß Invasion zu überzeugen, wenn die erste halbe Stunde des Films vorbei ist. Es mag sein, dass Hirschbiegel einen kritischen, fast schon selbstreferentiellen Film drehen wollte. Leider bleibt in der Endfassung davon nicht viel übrig, so dass sich der Zuschauer fragt, was dieser elend lange Prolog nur zu bedeuten hat. Die zweite Hälfte von Invasion überzeugt dagegen durch großes Tempo und tollem Popkorn-Kino, das über die inhaltlichen Schwächen der ersten halben Stunde hinwegtröstet.

Invasion ist es nicht gelungen, die berühmte Romanvorlage Die Körperfresser kommen gekonnt umzusetzen. Dadurch ist der Streifen noch lange nicht gescheitert. Wer die ersten Minuten durchsteht, wird mit einem kurzweiligen und actiongeladenen Finish belohnt. 6,5 von 10 Punkten

Franksters invasiert weiter:

Eine Neuverfilmung im Body Snatchers Universum? Schaun wir mal: 1955 wurde von Jack Finney in den USA das Buch veröffentlicht und 1956 erstmals als Invasion of the Body Snatchers (Die Dämonischen) unter der Regie von Don Siegel verfilmt. 1978 folgte ein Remake von Philip Kaufmann, der für seine Version Stars wie Donald Sutherland, Brooke Adams und Leonard Nimoy auffuhr und natürlich die vor allen Dingen aus dem Nachtprogramm im TV bekannte Version Body Snatchers – Angriff der Körperfresser aus dem Jahr 1993, wo die komplette Handlung von Abel Ferrara auf einen US-Armeestützpunkt verlegt wurde. Auch Robert Rodriguez The Faculty (1998 ) scheint, wie die TV-Serie Invasion (1997) im Body Snatchers Universum zu spielen, auch wenn der Film eher als Satire anzusehen ist. Mit Invasion erschien 2007 die bis dato letzte Version der Dämonischen – diesmal wie Kollege Cee schon anmerkte, mit Nicole „sexy ass“ Kidman und Craig „007“ Bond in den Hauptrollen.

Kritiken wie „cineastischer Blindgänger“ oder auch „charakterloser Thriller“ mögen mit dafür Sorge getragen haben, dass der Film – schreiben wir es ruhig aus – ein Flop war. Hauptsächlich liegt dies jedoch daran, dass der Film wirklich nicht weiß, was er sein möchte. Dabei ist die Geschichte nach wie vor eine der faszinierenden Science-Fiction-Storys unserer Filmgeschichte. Eine Übernahme der Welt durch außerirdische Viren/Bakterien, die unser Bewußtsein verändern .. genial! Leider hat man 2007 nicht mehr soviel mit der Geschichte anzufangen gewußt, wie noch in den Jahrzehnten zuvor. Daher auch von mir berechtigte 6,5 von 10 Punkten (+ ein Extrapunkt für Nicole Kidmans ’07 inzwischen vierzigjährigen Hintern, der eine eigene Fotoserie in Hochglanzmagazinen verdient hätte ;-))


Deutscher Titel: Invasion
Originaltitel:     The Invasion
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): ca. 93 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie:     Oliver Hirschbiegel
Drehbuch: Dave Kajganich
Produktion: Joel Silver
Musik: John Ottman
Darsteller: Nicole Kidman, Daniel Craig, Jeremy Northam, Susan Floyd u.w.

Deutscher Trailer:

Serenity

Serenity - Flucht in neue Welten

Serenity - Flucht in neue Welten

Vor Jahren kämpfte Captain Malcolm Reynolds im Galaktischen Bürgerkrieg gegen die Allianz – und verlor. Mittlerweile lebt er mit der kleinen, bunt zusammengewürfelten Crew seines Raumschiffs Serenity am Rande des Universums. Als Malcolm zwei Passagiere an Bord nimmt – einen jungen Arzt und dessen telepathische Schwester – handelt er sich riesige Probleme ein: Die allmächtige Allianz will das Geschwisterpaar in ihre Gewalt bringen. Doch nicht nur ein unaufhaltsamer Militärapparat und die grausamen kannibalischen Reavers bedrohen die Serenity, sondern auch noch eine Gefahr, die im Raumschiff selbst lauert… (Blickpunkt: Film Kurzinfo)

Science-Ficiton-Fan Frankster hierzu:

Gleich zwei Überraschungen für mich in dieser Woche. Erst geht mir mit Iron Man fast einer der besten Actionfilme der letzten Jahre durch die Lappen, dann überzeugt mich jetzt der Kinoableger von Joss Whedon’s Serie Firefly in Form von Serenity voll und ganz und fährt bei mir als altem Science-Fiction-Fan eine gute Beurteilung ein. Ich habe die Space/Western-Serie vom Buffy-Schöpfer bisher nie gesehen und bin mit vielen Vorurteilen an diesen Film herangegangen. Würde es einem „Uneingeweihten“ überhaupt möglich sein dem Handlungsstrang zu folgen? Ein klares „JA!“ – und mehr als das:

Serenity ist ein richtig guter Science-Fiction Streifen! Und das wird einem bereits in den ersten Minuten des Films klar wird. Rasante Weltraumschlachten, coole Dialoge, atemberaubende Special Effects, überzeugende Schauspieler und eine Story, die eindeutig nur von so einem Genie wie Joss Whedon stammen kann. Sogar Zombie-Fans kommen durch durch die Reaver, mutierte Menschen die uns nun als ihre Lebensmittel ansehen, voll auf ihre Kosten. Ein Highlight, das viele Genres abdeckt und deswegen 9 von 10 Punkten erhält!

Deutscher Titel: Serenity – Flucht in neue Welten
Originaltitel:     Serenity
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2005
Länge (PAL-DVD): 119 Minuten
Originalsprache: Englisch, Chinesisch
Altersfreigabe: FSK 16
Regie:     Joss Whedon
Drehbuch: Joss Whedon
Musik:     David Newman
Darsteller: Nathan Fillion, Gina Torres, Alan Tudyk, Morena Baccarin u.w.

Deutscher Trailer:

Futurama – Bender’s Big Score

Futurama - Bender's Big Score

Bender

Bender`s Big Score ist der eindrucksvolle Beweis dafür, dass sich Qualität durchsetzt und wiedervereinigt das Futurama-Team in einem abendfüllendem Animationsfilm. […] In bester Futurama-Manier entwickelt sich ein bewusst absurder Plot. Im Kern geht es um Außerirdische, die einen Email-Virus benutzen um Planet-Express stillzulegen und die Kontrolle über den streitlustigen Roboter „Bender“ zu erlangen. Dahinter steht der aberwitzige Plan den Roboter auf Diebestour durch die Menschheitsgeschichte zu schicken. Das schafft Raum für jede Menge Subplots. Neben amourösen Verwicklungen zwischen Fry und Leela (gesprochen von Katey Sagal), gerät etwa Fry, der im Übrigen den Aktivierungscode für die Zeitmaschine auf seinem tätowierten Hinterteil trägt, zurück ins 20.Jahrhundert. Dazu gesellen sich etliche Cameo-Auftritte: so taucht neben Kwaanzo-bot (Coolio) und Zapp Brannigan auch Al Gore auf, der erneut unter Beweis stellt, dass auch Vize-Präsidenten Humor besitzen können. (Quelle: Amazon.de)

Kommentar Alex Cee: Für viele ist Futurama nicht mehr als der kleine, hässliche Bruder der Simpsons. Während Produzent Matt Groening mit Homer, Marge, Bart und Co. inzwischen in die 20. Staffel (!) geht und mit dem (allenfalls lauen) Spielfilm im vergangenen Jahr weltweit rund 526,8 Millionen Dollar einspielen konnte, verschwanden Bender seine Leidgenossen aufgrund schlechter Einschaltquoten sang und klanglos vom Bildschirm.

Vier Jahre mussten die Fans des „Planet Express“ warten, ehe der Spartensender Comedy Central im Juni 2006 ein furioses Comeback von Fry und Leela ankündigte. Um die Wartezeit für die kleine, aber sehr treue Anhängerschaft zu verkürzen, erschienen im November 2007 drei neue Folgen von „Futurama“ zu einem Spielfilm zusammengefasst auf DVD. Seit Ende März 2008 auch in Deutschland erhältlich, überzeugt die DVD-Box durch zahlreiche, nette Features wie den lustigen Audiokommentaren der Produzenten, Autoren und Sprecher oder einer kompletten Folge der Sitcom „Everybody Loves Hypnotoad“, der erfolgreichsten Fernsehserie im Futurama-Universum.

Trotz dieser schönen Extras und dem Versuch, den Zuschauern ein besonders tiefgründiges Feuerwerk an gemeinen Gags, sarkastischen Anspielungen und verschmitzten Gleichnissen zu bieten, kann „Bender’s Big Score“ nicht vollends überzeugen. Auf dem ersten Blick mag dies am absurden Plot liegen, der sich nur mit einigen Promillen in Blut halbwegs nachvollziehen lässt. Bei näherer Betrachtung liegt die Ursache jedoch viel tiefer begraben und offenbart die ganz große Schwäche dieser Serie.

Analog zu den „Simpsons“ – oder auch „South Park“ und „American Dad“ – verbindet „Futurama“ zum Teil ätzende Sozialkritik mit Satire und Komik. Während Homer, Cartman und Stanley Smith in einer typischen amerikanischen Vorstadt unserer Zeit leben, die sich theoretisch an jedem Ort in der westlichen Welt befinden könnte, bewegen sich Fry und Bender im „Neu New York“ des 31. Jahrhunderts. Es gibt Selbstmordzellen, Monster als Nachrichtensprecher und Stahlroboter, die in Seifenopern die Hauptrolle spielen. So genial diese Einfälle auch sein mögen, stellen sie schließlich nur ein Zerrbild einer Zukunft dar, wie sie höchstens in Science Fiction-Comics der 50er Jahre gezeichnet wurde. Die durchaus klugen Anspielungen auf die Gegenwartsgesellschaft gehen in dieser intergalaktischen Bilderflut einfach unter und wirken aufgesetzt. So großartig die Charaktere des zynisch-bösen Roboters Bender oder des liebevollen Trottels Fry auch gezeichnet sein mögen, sie bieten dem Zuschauer einfach keine Fläche zur Reflektion. So rutscht die Sozialkritik den Bach runter, mit ihnen ein Großteil der Gags und es bleibt der pure Slapstick, der „Futurama“ tragen muss. Kombiniert mit der wirren Story des Films, ist „Bender’s Big Score“ nur den hartgenossenen Fans der Serie zu empfehlen, die sich allerdings über die vielen kleinen Schmankerl der DVD freuen werden. Bewertung: 6 von 10 Punkten

Originaltitel: Bender’s Big Score
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): ca. 85 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Dwayne Carey-Hill
Produzent: David X. Cohen, Brian J. Cowan, Matt Groening
Musik: Christopher Tyng
Stimmen: Dirk Meyer (Philip J. Fry), Marion Sawatzki (Turanga Leela), Hans-Rainer Müller (Bender Bending Rodriguez), Thomas Reiner (Professor Hubert J. Farnsworth), Manfred Erdmann (Dr. John Zoidberg), Michael Rüth (Hermes Conrad), Shandra Schadt (Amy Wong) u.w.

Trailer (englisch):