Shadow Hours

Robocop Peter Weller als rätselhafter Psychopath in einem B-Movie voller Serienschauspieler

Shadow Hours

Shadow Hours

Als der Kriminelle Michael aus dem Knast entlassen wird, beginnt für ihn ein neues Leben Nach erfolgreicher Therapie ist er endlich clean, er heiratet, seine Frau erwartet ein Kind. Die Arbeit am Nachtschalter einer Tankstelle ist zwar nicht unbedingt sein Traumjob, doch Michael betrachtet den gläsernen Schaukasten als Chance. Von hier aus kann er unbehelligt und aus sicherer Distanz die Unterwelt von Los Angeles beobachten – eine Welt, mit der er absolut nichts mehr zu tun haben will. Als er jedoch auf den rätselhaften und charismatischen Schriftsteller Stuart Chappell trifft, geraten Michaels gute Vorsätze ins Wanken. Chappell gelingt es, ihn durch das nächtliche L.A. zu schicken angeblich nur für Recherche-Zwecke…

Kritik von Frankster:

„Explosive Mischung aus David Lynch und David Fincher“ beschreibt die Kurz-Rezension den Film auf der Rückseite der DVD. Dies ist natürlich maßlos übertrieben. Regisseur Isaac H. Eaton schickt den Zuschauer in eine Mischung aus Thriller und Drama in gewohnter Low Budget-Atmosphäre, klaut ein wenig von Fight Club und weiß damit durchaus zu unterhalten, schafft jedoch kein filmisches Meisterwerk, an das man sich in ein paar Monaten noch erinnern wird. Ein sicheres Anzeichen für einen billigen amerikanischen (TV-)Movie ist auch Schauspielerin Rebecca Gayheart, die augenscheinlich wie bei uns bei MyHammer.de wahrscheinlich in jedem drittklassigen Film den kostengünstigsten Zuschlag erhält 😉

Balthazar Getty (Serienfreunden wohl eher bekannt als Thomas Walker in „Brothers and Sisters“) fällt in diesem Film auf den mysteriösen Peter Weller herein. Dieser zeigt ihm eine Welt des Reichtums, jedoch auch des Betrugs und der Drogen, denen Michael (Getty) entsagte um mit seiner Frau ein neues Leben zu beginnen. Nebenbei spielen natürlich auch die Polizei und ein Mörder in der Nachbarschaft eine Rolle, wobei man im Film natürlich auf die falsche Fährte geschickt wird. Am Ende gibt es ein Happy End und Wellers Filmrolle ist natürlich nicht der, für den man ihn gehalten hat. Einmal geschaut, gleich wieder verdaut: 3 von 10 Punkten


Filminfos:

Originaltitel: Shadow Hours
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2000
Originalsprache: Englisch
Regie: Isaac H. Eaton
Drehbuch: Isaac H. Eaton
Darsteller: Balthazar Getty, Peter Welly, Rebecca Gayheart

Genere: Thriller/Drama
Verleih: KinoWelt
Länge: 95 Minuten
FSK/USK: 18

Ausschnitt aus Shadow Hours

(Einen deutschen Trailer findet ihr hier )

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Hancock

Will Smith kann fliegen und beweißt, dass Superhelden nicht immer interessant sein müssen. Schade.

Hancock

Hancock

Es gibt Helden. Es gibt Superhelden. Und dann gibt es noch Hancock (WILL SMITH). Mit großer Macht kommt auch große Verantwortung – das weiß jeder – genauer gesagt jeder, außer Hancock. Denn als Superheld hat er es nicht leicht. Wegen seiner unkonventionellen Methoden und nach einigen „Missgeschicken“ ist die Bevölkerung von Los Angeles nicht mehr besonders gut auf ihn zu sprechen. Alle lieben es, ihn zu hassen. Doch ein PR-Berater (JASON BATEMAN) will ihm dabei helfen, sein ramponiertes Image wieder auf Vordermann zu bringen. Aber als sich Hancock auch noch in dessen attraktive Frau Mary (CHARLIZE THERON) verliebt, nimmt das Chaos endgültig seinen Lauf – zumal sich herausstellt, dass die beiden unerwartete Gemeinsamkeiten haben… (Offizieller Pressetext von SONY)

Des Franksters und des Ceesters gemeinsame Meinung:

Einerseits ist es lustig, einen besoffenen Superhelden durch die Häuserschluchten L.A.s fliegen zu sehen – andererseits kann es ganz schön ermüdend wirken, wenn in der Mitte des Films die Autoren in den Streik treten und aus einer witzigen Superhelden-Story plötzlich die Verdi-Version von Dogma entsteht. Wir wissen zwar nicht, ob die Autorenstreiks in den USA diesen Film tatsächlich beeinträchtigt haben, allerdings drängt sich dieser Verdacht bei dem krassen Schnitt der Handlung auf. Warum der immer launisch und alkoholisierte Hancock plötzlich eine Frau an die Seite gestellt wird, die mit seinem PR-Berater verheiratet ist, sich als seine eigentliche Ehefrau vorstellt und über noch stärkere Kräfte verfügt als der Superheld, erschließt sich uns nicht wirklich. Mal ernsthaft: Was wäre bspw. Armageddon, wenn erst ein riesiger Komet auf die Erde fallen soll und ein Team auf denjenigen geschickt wird, um ihn zu sprengen, dann aber auf dem Flug dorthin feststellt, dass ihnen der Weltuntergang eigentlich am Arsch vorbei geht und schließlich eine Kolonie für bisexuelle Hamsterliebhaber auf dem Mars eröffnet. Das erwartet nicht nur niemand und will auch keiner sehen, es ist auch vollkommen sinnlos. Nicht, das Hancock ein schlechter Film wäre – er leidet nur unter einem schlechten Drehbuch. Wieso sich Hancock zum Schluss des Films von seiner Frau entfernen muss, um seine Unsterblichkeit zu bewahren, bleibt wohl auch sein Geheimnis. Zumindest bis zum ersten Sequel. 6 von 10 Punkten

Deutscher Titel: Hancock
Originaltitel:     Hancock
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2008
Länge (PAL-DVD): 92 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12[1]
Regie:     Peter Berg
Drehbuch: Vince Gilligan, Vincent Ngo
Musik:     John Powell
Studio Verleih: Columbia Pictures
Darsteller: Will Smith, Jason Bateman, Charlize Theron u.w.

Deutscher Trailer:

The Harder They Come

Willkommen zum Classic Friday, der neuen Serie auf CeeNema.de, Eurem Lieblingsfilmblog. Jeden Freitag präsentieren wir Euch an dieser Stelle einen Streifen, der den Lauf der Welt auf die eine oder andere Weise verändert hat…

The Harder They Come

The Harder They Come

Starten wollen wir mit einer Produktion, die so sehr im Underground verhaftet ist, dass sie noch nicht einmal in einer deutschen Synchronfassung vorliegt. Dieser Film schwappte Anfang der 70er Jahre in die US-amerikanischen Lichtspielhäuser, als der sogenannte Midnight Movie schlaflose Studenten und neugierige Jugendliche zur Geisterstunde in die Kinos lockte. Lange vor Sneak Previews und DVD-Rekordern sorgte dieser Trend dafür, dass billig produzierte Low-Budget-Filme ein großes Publikum fanden und Stück für Stück in den Mainstream sickerten. So ist es der munteren Midnight Movie-Szene zu verdanken, dass Streifen wie die Rocky Horror Picture Show, Night of the Living Dead oder Eraserhead heute absoluten Kultstatus genießen.

Auch das Drama The Harder They Come stammt aus der Reihe der Mitternachtsfilme und verfehlte seine Wirkung beim Publikum nicht. Dabei dürften die wenigsten Zuschauer aufgrund der Handlung in die Kinosäle gepilgert sein. Sein Erfolg liegt vielmehr im Soundtrack begründet, der binnen weniger Wochen die folklorischen Töne einer Karibikinsel namens Jamaica in die Gegenwart der westlichen Popkultur katapultierte…

„Erst kam ‚The Harder They Come‘, dann kam der Reggae“, erinnern sich die Szenegänger der 70er Jahre an einen Film zurück, der das Bild der karibischen Inselnation bis zum heutigen Tag entscheidend prägt. Niemand geringeres als Musiklegende Jimmy Cliff spielt den jungen Ivanhoe „Ivan“ Martin, der von einer Karriere als Sänger träumt und dafür den Weg in die Hauptstadt Kingston antritt. Nach verschiedenen Anlaufschwierigkeiten findet er schließlich einen schmierigen Produzenten, der Ivan ausnutzt und für seine Arbeit nur sehr spärlich entlohnt. Desillusioniert beginnt der Musiker sein Geld mit dem illegalen Handel von Marihuana zu verdienen und gerät so in einen Wertekonflikt, der sein Leben zusehends erschwert…

Als Regisseur Perry Henzell 1972 die Arbeit an The Harder They Come beendete ahnte er nicht, welche unvergleichliche Welle er mit diesem Film auslösen würde. Zwar fand er schnell einen Vertriebspartner in den USA, doch die Firma New World des einflussreichen Roger Corman stand ziemlich hilflos vor dem ersten Spielfilm aus Jamaika. In ihren Händen hielten sie ein Sozialdrama einer verarmten karibischen Insel, die kaum keiner kennt und für die sich auch niemand so recht interessiert. Schließlich fiel der Entschluss, The Harder They Come als Variante der coolen Blaxploitation-Produktion Superfly zu positionieren – mit verheerendem Resultat. Der Film floppte an den Kinokassen und wurde schnell in die Spätvorstellungen verlegt, wo er eine unerwartete Renaissance erlebte.

Gefangen genommen von den rhytmischen Klängen des bis dato vollkommen unbekannten Reggae, meldeten die Midnight-Kinos bereits nach wenigen Tagen ausverkaufte Häuser! Die Zuschauer gierten nach der exotischen Filmmusik aus Jamaica und sangen bereits nach kurzer Zeit lauthals mit, wenn Jimmy Cliff in den ersten Sekunden des Films seinen legendären Hit und Titelsong You Can Get It If You Really Want anstimmt. Tatsächlich liest sich das Set der Interpreten, die ihre Songs zum Film beisteuerten, wie ein Who is Who des frühen Reggae. Von  Toots & the Maytals (Pressure Drop, Sweet and Dandy) über Desmond Dekker (Shanty Town), den Melodians (Rivers of Babylon) bis hin zu den Slickers (Johnny Too Bad) fehlt fast niemand der stilprägenden Künstler, die mit ihren Klassikern den Weg für einen gewissen Bob Marley ebneten…

Während Jimmy Cliff seine Schauspielkarriere folglich an den Nagel hing, um als Musiker den Reggae in die Welt zu tragen, geriet The Harder They Come schnell in Vergessenheit. Heute gilt der Film als eine Rarität auf VHS, die es (noch) nicht in das digitale Zeitalter geschafft hat. Erbarmt sich ein Programmkino oder Spartensender jedoch einmal The Harder They Come vorzuführen, sehen die Zuschauer mehr als einen gefeierten Musikfilm. Der Streifen ermöglicht einen tiefen Blick in die Seele der Karibik, den Stolz ihrer Menschen, ihre Zerrissenheit zwischen traditionellen Werten und bitterer Armut, der ewige Überlebenskampf zwischen Blechhütten und Prunkbauten, die Allgegenwart von Kriminalität, Drogen und Gewalt und ihrem Wiederspruch zur gelebten Religiosität. Er räumt auf mit den alten Bild des unschuldigen Paradieses und erlaubt einen Blick hinter die malerische Kulisse des perfekten Sandstrands.

Der Streifen ist dadurch noch lange kein depressives Drama. The Harder They Come versprüht in jeder Kameraeinstellung die Lebensfreude der Karibik, die sich und ihrem Kampf gegen die widrigen Umstände des täglichen (Über)lebens mit diesem Film eine Hymne gegeben hat: You can get it if you really want, but you must try, try and try, try and try, you’ll succeed at last.

Originaltitel: The Harder They Come
Studio/Verleih: International Films
Produktionsland: Jamaika
Erscheinungsjahr: 1972
Länge (PAL-DVD): 120 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: keine Angabe
Regie: Perry Henzell
Drehbuch: Trevor D. Rhone
Produktion: Perry Henzell, Jeff Scheftel
Musik: Jimmy Cliff, Desmond Dekker u.w.
Darsteller: Jimmy Cliff, Janet Bartley, Carl Bradshaw, Ras Daniel Hartman, Basil Keane, Robert Charlton, Winston Stona, u.w.

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Greenhorn erschießt Legende und der Zuschauer schläft ein. Ein Film, der einen Popstar abstaubt.

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

1881: Der berühmt-berüchtigte Verbrecher Jesse James (Brad Pitt) ist alt geworden, mit 34 Jahren hat er mit seiner stark angeschlagenen Gesundheit, Paranoia und schweren Depressionen zu kämpfen. Gemeinsam mit den Ford-Brüdern Robert (Casey Affleck) und Charley (Sam Rockwell) plant er seinen letzten großen Clou, um sich danach zu seiner Frau (Mary-Louise Parker) und seinen beiden Kindern zurückzuziehen. Doch das Verhältnis der drei ist von tiefem Misstrauen geprägt. Schließlich tötet Robert Jesse, indem er ihn von hinten erschießt. „Die Ermordung…“ handelt von den Monaten vor dem folgenschweren Schuss: Wie kam es dazu, dass der unsichere, erst 19 Jahre alte Robert, der Jesse stets als sein größtes Idol verehrte, das fertig brachte, wozu die Sheriffs gleich mehrerer Staaten zuvor nicht in der Lage gewesen waren… (Quelle: filmstars.de)

Das sagt „Cowboy“ Alex Cee: Was haben Die schönsten Bahnstrecken Europas – Frankreich: Villefrance de Conflent nach Latour de Carol und Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford gemeinsam? Richtig, einen verdammt sperrigen Titel, ungefähr die selbe Länge und ganz bestimmt den gleichen Unterhaltungswert! Halte ich den Freunden der Eisenbahn allerdings zugute, dass sich während der Führerstandsmitfahrt im Nachtprogramm wenigstens noch ab und an die Landschaft ändert, muss der leidende Zuschauer von Jesse James selbst darauf verzichten! Überhaupt scheint der melancholische Western in einem Paralleluniversum zu spielen, in dem sich die Erde um eine graue, blasse und blutleere Sonne dreht. Anders lassen sich die furchtbar trüben Bilder nicht erklären, die durch den Film plätschern, wie geronnene Milch aus einem alten 1-Liter-Karton.

Selbstverständlich steckt hinter der deprimierenden Fassade Methodik, wie auch hinter allen anderen Stilelementen, die Regisseur Andrew Dominik krampfhaft einzusetzen versucht. Der Streifen ist schließlich keine Komödie oder ein leicht verdaulicher Tanzfilm, sondern ein Abgesang auf Amerikas ersten großen Popstar Jesse James, der im Nebenberuf noch eineinhalb Dutzend Menschen das Leben gekostet hat.

So erzählt Dominik die Geschichte eines des Lebens müden Mannes, der über seinen Zenit hinaus den letzten großen Coup plant und dabei hinterrücks von einem jugendlichen Verlierer, der einfach nur berühmt sein wollte und auf Anerkennung hoffte, erschossen wird. Ein Stoff, der allen großen Dichtern und Denkern gefallen hätte. Leider waren Homer, Shakespeare und Goethe zum Zeitpunkt der Drehbucherstellung schon tot.

Es bleibt die Erkenntnis, dass Filme mit Tiefgang und Geist einfach nicht nach Hollywood gehören. Auch der Versuch, den klassischen Western mit seiner stinkenden, staubigen Machowelt in das 21. Jahrhundert zu retten, funktioniert nicht. Schockierte Brokeback Mountain das prüde Amerika noch mit homosexuellen Cowboys, scheitert dieser Streifen bei dem Versuch, den Lack des historisch verbrämten Jesse James anzukratzen. Zwar liefern sich Brad Pitt und Casey Affleck ein Psychoduell alter Schule, doch ihr Kampf verliert sich in Kleinigkeiten und bleibt unkonkret. Dominik räumt den Protagonisten unendlich lange 150 Minuten ein, um mit machen Heldenpathos aufzuräumen, kommt jedoch niemals auf den Punkt und lässt den Zuschauer mit einer Ansammlung in sich geschlossener Momentaufnahmen zurück. Schade!

Da ich den weiblichen Zuschauern den stark aufspielenden Brad Pitt gönne, gibt es für dieses Machwerk noch 3 von 10 Gnadenpunkte. Mehr ist beim besten Willen nicht drin!

Deutscher Titel: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
Originaltitel: The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford
Studio/Verleih: Warner Brothers
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): 150 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Andrew Dominik
Drehbuch: Andrew Dominik
Musik: Nick Cave, Warren Ellis
Darsteller: Brad Pitt, Casey Affleck, Zooey Deschanel, Meredith Henderson, Ted Levine, Mary-Louise Parker, Sam Rockwell, Sam Shepard, Jeremy Renner u.w.

Deutscher Trailer:

Invasion

Invasion

Invasion

Eine gewaltige Explosion zerreißt den Himmel zwischen Dallas und Washington D/C – die Trümmer des zerborstenen Spaceshuttle Patriot regnen auf die USA herab. Die Behörden bekommen die Katastrophe zwar sofort unter Kontrolle, doch bald tauchen Gerüchte auf, dass an den Wrackteilen eine merkwürdige Substanz klebt: Und wer mit ihr in Berührung kommt, ist nicht mehr derselbe… Eine geheimnisvolle, bedenkliche Epidemie breitet sich von Washington DC aus immer schneller aus, die das Verhalten der Menschen radikal verändert. Die Psychiaterin Carol Bennell findet heraus, dass es sich um den Vorboten einer von Außeririschen gelenkten Invasion handelt. Fortan setzt sie alles daran, ihren Sohn zu beschützen, der womöglich der Schlüssel dafür sein könnte, die bevorstehende Invasion abzuwenden. (Quelle: Amazon.de)

Alex Cee startet die kritische Invasion:

Dieser 2007 abgedrehte Streifen gilt als eines der größten Flops in der Karriere von Nicole Kidman. Von den Kritikern zerrissen und vom Publikum gemieden, blieben die Kinosäle leer, während Kidman auf der Leinwand darum kämpft, bloß nicht einzuschlafen.

Welch bittere Parallele zum Publikum, mag sich da der eine oder andere denken, doch dieser Vergleich trügt. Zugegeben, Invasion kann sich nicht entscheiden, ob es nun ein Drama, ein Horrorfilm, ein Action-Streifen oder Science Fiction-Thriller sein möchte. Das liegt nicht zuletzt an der chaotischen Produktion des Films selber, der durch die Hände von gleich vier Regisseuren ging (Oliver Hirschbiegel, die Wachowski-Brüder und James McTeigue). Dennoch weiß Invasion zu überzeugen, wenn die erste halbe Stunde des Films vorbei ist. Es mag sein, dass Hirschbiegel einen kritischen, fast schon selbstreferentiellen Film drehen wollte. Leider bleibt in der Endfassung davon nicht viel übrig, so dass sich der Zuschauer fragt, was dieser elend lange Prolog nur zu bedeuten hat. Die zweite Hälfte von Invasion überzeugt dagegen durch großes Tempo und tollem Popkorn-Kino, das über die inhaltlichen Schwächen der ersten halben Stunde hinwegtröstet.

Invasion ist es nicht gelungen, die berühmte Romanvorlage Die Körperfresser kommen gekonnt umzusetzen. Dadurch ist der Streifen noch lange nicht gescheitert. Wer die ersten Minuten durchsteht, wird mit einem kurzweiligen und actiongeladenen Finish belohnt. 6,5 von 10 Punkten

Franksters invasiert weiter:

Eine Neuverfilmung im Body Snatchers Universum? Schaun wir mal: 1955 wurde von Jack Finney in den USA das Buch veröffentlicht und 1956 erstmals als Invasion of the Body Snatchers (Die Dämonischen) unter der Regie von Don Siegel verfilmt. 1978 folgte ein Remake von Philip Kaufmann, der für seine Version Stars wie Donald Sutherland, Brooke Adams und Leonard Nimoy auffuhr und natürlich die vor allen Dingen aus dem Nachtprogramm im TV bekannte Version Body Snatchers – Angriff der Körperfresser aus dem Jahr 1993, wo die komplette Handlung von Abel Ferrara auf einen US-Armeestützpunkt verlegt wurde. Auch Robert Rodriguez The Faculty (1998 ) scheint, wie die TV-Serie Invasion (1997) im Body Snatchers Universum zu spielen, auch wenn der Film eher als Satire anzusehen ist. Mit Invasion erschien 2007 die bis dato letzte Version der Dämonischen – diesmal wie Kollege Cee schon anmerkte, mit Nicole „sexy ass“ Kidman und Craig „007“ Bond in den Hauptrollen.

Kritiken wie „cineastischer Blindgänger“ oder auch „charakterloser Thriller“ mögen mit dafür Sorge getragen haben, dass der Film – schreiben wir es ruhig aus – ein Flop war. Hauptsächlich liegt dies jedoch daran, dass der Film wirklich nicht weiß, was er sein möchte. Dabei ist die Geschichte nach wie vor eine der faszinierenden Science-Fiction-Storys unserer Filmgeschichte. Eine Übernahme der Welt durch außerirdische Viren/Bakterien, die unser Bewußtsein verändern .. genial! Leider hat man 2007 nicht mehr soviel mit der Geschichte anzufangen gewußt, wie noch in den Jahrzehnten zuvor. Daher auch von mir berechtigte 6,5 von 10 Punkten (+ ein Extrapunkt für Nicole Kidmans ’07 inzwischen vierzigjährigen Hintern, der eine eigene Fotoserie in Hochglanzmagazinen verdient hätte ;-))


Deutscher Titel: Invasion
Originaltitel:     The Invasion
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): ca. 93 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie:     Oliver Hirschbiegel
Drehbuch: Dave Kajganich
Produktion: Joel Silver
Musik: John Ottman
Darsteller: Nicole Kidman, Daniel Craig, Jeremy Northam, Susan Floyd u.w.

Deutscher Trailer:

Rocky Balboa

Rocky Balboa

Rocky Balboa

Der ehemalige Schwergewichts-Champion Rocky Balboa (Sylvester Stallone) ist unter die Gastronomen Philadelphias gegangen. In seinem italienischen Lokal „Adriane’s“ spaziert er durch die Tischreihen und gibt Anekdoten aus seinem Boxerleben zum Besten. Nachdem seine Ehefrau Adrian (Talia Shire) nach langjähriger Partnerschaft verstorben ist, wird der ehemalige Champ von Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre gepeinigt. Regelmäßig besucht er ihr Grab auf dem städtischen Friedhof. Das Verhältnis zu seinem Sohn (Milo Ventimiglia) ist angespannt. Dem Junior fällt es schwer, sich aus dem übergroßen Schatten des Vaters zu bewegen. Auch Pauli (Burt Young) hat schon bessere Zeiten erlebt. Der ehemalige Trainer des ‚Italian Stallion‘ benebelt seine trostlose Existenz mit Alkohol. Doch dann wendet sich das Schicksal, denn der amtierende Boxweltmeister Mason „The Line“ Dixon (Antonio Tarver) gibt Balboa die Chance für ein Comeback. Wird Rock es noch einmal schaffen? (Quelle: filmreporter.de)

Kommentar Alex Cee: Boxweltmeister Antonio Tarver, der in „Rocky Balboa“ den unbeliebten Schwergewichts-Champion Mason „The Line“ Dixon spielt, bringt es auf den Punkt. Während der Aufnahme des Boxfights im Vorprogramm eines echten WM-Kampfs in Las Vegas bedurfte es keiner Aufforderung des Publikums, die Figur Mason Dixon auszubuhen. „Man nicht gegen Rocky Balboa kämpfen und dabei erwarten, gemocht zu werden“, so Traver zu dieser einmaligen Erfahrung. Ganz klar: Rocky ist neben Muhammad Ali der bekannteste und wohl auch beliebteste „Boxer“ aller Zeiten!

Die Geschichte des „Italian Stallion“, des italienischen Hengst, ist nicht nur eine nun sechs Teile umfassende Filmreihe über die Karriere eines fiktiven Profi-Boxers. Sie ist in jeder Episode auch eine Autobiographie des geistigen Vaters Sylvester Stallone, angefangen von der ultimativen Underdog-Story im ersten Rocky-Teil, über den Aufstieg zum Weltmeister im zweiten, den empfindlichen und schmerzhaften Rückschlägen im dritten, der politischen Instrumentalisierung im vierten und dem unweigerlichen, sozialen und moralischen Abstieg einer Legende im fünften Film. Insbesondere die 1990 abgedrehte Episode V enttäuschte auf ganzer Linie und entblößte Stallone als abgehalfterten und uninspirierten Actiondarsteller, der für eine siebenstellige Gage wirklich alle Qualitätskriterien über Bord wirft. Vollkommen zu Recht begruben Kritiker und Fans „Rocky“ auf dem Friedhof der Filmgeschichte, als mahnendes Beispiel für die kreative Saftpresse Hollywood, die jeden erfolgreichen Stoff solange ausgequetscht, bis selbst die hartgesottensten Fans die Kinoleinwand mit Tomaten bewerfen.

16 Jahre mussten vergehen, bis sich Stallone an einen weiteren „Rocky“ wagte. 16 Jahre, in denen Sly die Weisheit des Alters küsste und ihn daran erinnerte, dass es nicht das Geld ist, was von einem bleibt. In Rückbesinnung auf den ersten Teil der Saga ist es Stallone gelungen, einen nachdenklichen Film zu drehen, der sich weniger mit dem Kampf, sondern mehr mit den Umständen des Lebens beschäftigt. Gebeutelt vom Schicksal und mit der eigenen Vergänglichkeit hadernd, stellt sich Balboa seinem letzten Fight und besiegt schließlich die „Dämonen“ der Vergangenheit. Dass Rocky den Showdown mit Mason „The Line“ Dixon knapp nach Punkten verliert, spielt dabei keine Rolle mehr und ist nur eine Randnotiz wert.

Dies ist nicht die einzige Analogie zum ersten Teil, die Balboa ebenfalls als sportlich unterlegen aus dem Ring steigen lässt. „Rocky Balboa“ schließt die Klammer zum ersten, Oscar-prämierten Film und versöhnt nicht nur die Freunde des Boxerdramas. Sylvester Stallone wahrt das Erbe einer Figur, die wie kaum eine zweite in der Geschichte Hollywoods (auch John Rambo nicht) mit seinem geistigen Vater zu verschmelzen scheint. „Rocky“ ist erwachsen geworden und verlässt die Bühne mit aufrechtem Gang. Mehr kann ein Fan nicht verlangen. 7 von 10 Punkten

Originaltitel: Rocky Balboa
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Länge (PAL-DVD): ca. 98 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Sylvester Stallone
Drehbuch: Sylvester Stallone
Musik: Bill Conti
Darsteller: Sylvester Stallone, Burt Young, Milo Ventimiglia, Geraldine Hughes, Tony Burton, Antonio Tarver, James Francis Kelly u.w.

Trailer:

Tödliches Geständnis (Murder Live!)

Tödliches Geständnis

Tödliches Geständnis

Ein Mann (David Morse) nimmt mit Waffengewalt in der „Pia Postman Show“ die Moderatorin (Marg Helgenberger), die Psychiaterin Dr. Christine Winter (Christine Estabrook) und 39 weitere Menschen als Geiseln. Bei dem Mann handelt es sich um Frank McGrath. Seine Tochter war vor zwei Wochen in der Sendung und dort wurde publik, daß sie vergewaltigt wurde. Einen Tag später verübte sie Selbstmord. Nun will ihr Vater Gerechtigkeit. Er droht eine Bombe in dem Gebäude zu zünden, wenn nicht folgende Bedingung erfüllt wird: Die Moderatorin soll vor laufender Kamera die Verantwortung übernehmen, daß sie am Tod von Sally McGrath Schuld hat. Nachdem sie dies gesagt hat, wird Jack sie erschießen. Währenddessen umstellt die Polizei das Gebäude und Lieutenant Clay Maloney (Peter Horton) versucht nun, Jack von seinem Vorhaben abzubringen. (Gom Jambar bei OFDB.de)

Kommentar Frankster: Im Urlaub hat man auch mal Zeit, die normaler Weise immer schlechten TV-Movies bei den Öffentlich-Rechtlichen zu schauen. So geschehen bei „Tödliches Geständis“ aus dem Jahr 1997, der hierzulande erstmals im Jahr 2000 (WDR) über den Bildschirm flimmerte und seitdem noch zwei Mal ausgestrahlt wurde (NDR & ARD). Billigst produziert und irgendwie typisch amerikanisch: Der Talkshow-Terrorist macht nach dem halbherzigen Geständnis der Moderatorin einen Rückzieher und das bekannte TV-Gesicht verwandelt sich vom eingeschüchterten Opfer in ein selbstbewußtes Biest. Am Ende dreht sich das ganze nochmal und .. ach ja, ein herzensguter Polizist wendet sich gegen seinen Boss, der den Einsatz natürlich kompromittiert. Alle Klischees werden verarbeitet und durchaus unterhaltsam wiedergegeben, weswegen ich dem Film ganze 5 von 10 Punkten gönne.

Originaltitel: Murder Live!
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1997
Regie: Roger Spottiswoode
Darsteller: Marg Helgenberger, David Morse, Christine Estabrook, Lauren Tom u.w.

Leider kein Trailer vorhanden 😦