Im Bann der dunklen Mächte

Jennifer Tilly ist die (Zwillings-?)Schwester von Meg Tilly („Bride of Chucky“) – ansonsten gibt es über diesen Film eigentlich nichts zu sagen – über Jennifer übrigens auch nicht!

Im Bann der dunklen Mächte

Im Bann der dunklen Mächte

Seit ihrer Kindheit bringen Sarah (Mika Boorem) ihre übersinnlichen Kräfte nur Probleme ein. Mit ihrer scheinbar gewöhnlichen Schwester Lindsey (Summer Glau) steht sie schon immer in Konkurrenz. Als beide aufs College kommen, wollen sie ihr Leben neu beginnen. Bald merken sie aber, dass auch auf dem Campus jede Menge mysteriöse Mächte auf sie warten. (Quelle: FilmDB.de)

Frankster gruselt sich ganz und gar nicht

Stuart Gillard führte Regie bei diesem TV-Grussler. Gillard, verdanken wir neben vielen Episoden bekannter TV-Serien solche Glanzwerke wie Teenage Mutant Ninja Turtles III und vielversprechende Filme mit Namen wie „Kart Racer“, „The Scream Team“ oder auch „The Return of Shaggy Dog“. Wem bei dieser Auszählung nicht das Wasser im Munde zu Staub erstarrt, ist höchstwahrscheinlich Movie-Masochist. Bei seiner Regiearbeit zu „Im Bann des Bösen“ sorgt Gillard dafür, dass der gesamte Spielfilm wie eine TV-Serie wirkt. In der Tat begab ich mich gleich nach dem zweifelhaften Genuss von diesem Premiere Movie ins Internet um nachzuschauen, welcher gefloppten US-Serie dieser Film als Pilotprojekt diente – doch: Falsche Fährte! Der im Rahmen der „13 Halloween-Nächte“ Specials versendete Teeniehorror „The Initation of Sarah“ (Originaltitel) wurde erstmalig im Oktober 2006 auf ABC Family in den Staaten ausgestrahlt. Der Streifen ist eigentlich ein Remake eines gleichnamigen Mystery-Thrillers aus dem Jahr 1978 ist. Dieser scheint jedoch SO bekannt und beliebt zu sein, dass nicht einmal Wikipedia ihn ausführlich anspricht..

Und – Hand aufs Horrorfilmherz: Der geneigte Filmfreak hat wirklich nichts verpasst, wenn er diesen Film – der wahrscheinlich irgendwann einen Platz um 22 Uhr auf Pro7 oder RTL2 findet – nicht sieht und stattdessen lieber zum 100sten Mal „The Faculty“ oder „Scream“. Langweilige Darsteller, langweilige Story, angedeuteter Sex – kurzum: Familienfreundliches Gruseln, oder wie Cinema sagt: „Die dünne Geschichte und die holprigen Effekte reißen wirklich keinen vom Hocker, aber junge „Buffy“- und „Charmed“-Fans mögen ihren Spaß haben.“ 4 von 10 Punkten

Deutscher Titel: Im Bann der dunklen Mächte
Originaltitel: The Initiation of Sarah
Studio/Verleih: ABC Family, MGM
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Länge: 89 Minuten
Regisseur: Stuart Gillard
Drehbuch: Daniel Berendsen, Tom Holland, Carol Saraceno
Musik: John Van Tongeren
Darsteller: Jennifer Tilly, Mika Boorem, Joanna Garcia, John Bilingsley, Margan Fairchild u.w.

US-TV-Trailer:

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Godzilla gegen MechaGodzilla II

Bitte melde Dich: Auf der Suche nach seinem ausgebrüteten Filius bleiben ein paar Hochhäuser an der Ferse kleben. Godzilla im Familienstreß legt zum zwanzigsten Mal japanische Großstädte in Schutt und Asche.

Godzilla gegen MechaGodzilla II

Godzilla gegen MechaGodzilla II

Aus Trümmern künstlich hergestellt und aufgebaut, stellt Mechagodzilla die ultimative Waffe gegen Godzilla dar. Das hochtechnisierte, atombetriebene und diamantengepanzerte Monster wird von Menschen als neue ultimative Waffe gegen Godzilla eingesetzt. Gleichzeitig wird auf einer gesperrten Insel, durch atomare Strahlung verseucht, von einem Forscherteam ein riesiges Ei entdeckt und für Forschungszwecke mitgenommen. Doch als aus dem Ei Babygodzilla schlüpft, machen sich Rodan und Godzilla auf den Weg, um ihren Schützling aus der Hand der Menschen zu befreien. Doch das soll verhindert werden, denn Babygodzilla ist bereits ein beliebtes Forschungsobjekt und wird von dem übermächtigen Mechagodzilla verteidigt. Ein gigantischer Kampf bricht los… (Quelle: Produktbeschreibung)

Alex Cee trampelt durch Tokio: Für die einen ist Godzilla ein unbewegliches Gummimonster, das durch eine Modelleisenbahn-Kulisse stampft. Für die anderen ist er längst das ultimative Kultmonster der Filmgeschichte, das sich auch nicht durch ein schlechtes, amerikanisches Sequel im Pazifik versenken lässt. Ganz klar: Godzilla verfügt über mindestens 28 Leben, die er in seinen Abenteuern auch größtenteils verbraucht. Nur James Bond wagt es, an diese Ziffer heranzureichen.

Doch was macht eigentlich die Faszination der überdimensionalen Eidechse aus, die seit 54 Jahren durch kleine, japanische Miniaturstädte walzt? Ist es wirklich nur die einzigartige Filmtechnik, die den destruktiven Kindheitstraum erfüllt, die ollen rosa Puppenhäuser der kleinen Schwester einmal kräftig aus dem Fenster zu treten? Oder verbirgt sich etwa mehr hinter der Filmreihe?

Wie wohl alle Beiträge Japans zur modernen Popkultur, lässt sich auch der geistige Eisprung Godzillas ziemlich genau in den Sommer 1945 zurückverfolgen: Als am 6. und 9. August des Jahres die atomare Hölle über Hiroshima und Nagasaki hereinbricht, entstand – mit Gedanken an die Erfahrungen des 2. Weltkriegs und im Angesicht der neuen Bedrohungen – in der unmittelbaren Nachkriegszeit eine nationale Friedensbewegung. Zahlreiche japanische Künstler verarbeiteten die Schrecken der Atombombe in düsteren Werken, die oftmals das Bild einer post-apokalyptischen Gesellschaft malen und die verheerenden Auswirkungen von Massenvernichtungswaffen auf die moderne Zivilisation und das Ökosystem zeigen.

Vor diesem Hintergrund bildet auch der Ur-Godzilla aus dem Jahr 1954 keine Ausnahme. Während die Bundesrepublik Deutschland im gleichen Jahr durch das Wunder von Bern aus der Depression der Nachkriegszeit gerissen wird, dreht Inoshiro Honda einen Spielfilm über ein Urzeit-Monster, das durch Atombombentests im Pazifik aufgeschreckt die japanischen Inseln heimsucht und zerstört. Erst eine Oxygen-Waffe, die den Sauerstoff in der Luft zersetzt, kann Godzilla stoppen und tötet das überdimensionale Wesen. Die Botschaft des Films ist klar: Der Menschheit drohen schlimme Katastrophen, wenn sie weiterhin die Atomkraft missbraucht.

Obwohl in den kommenden Jahren der klare politische Bezug aus der Godzilla-Reihe verschwindet und die Filme zum Teil in eine sehr skurrile Science-Fiction-Welt abdriften, bleibt der nukleare Holocaust ein wesentlicher Bestandteil aller Streifen. Dem kann und will sich auch Godzilla gegen MechaGodzilla II nicht entziehen. Da wäre zum einen der verzweifelte (und erfolglose) Versuch der Menschheit, durch moderne Technologien die Unbillen der Natur unter Kontrolle zu kriegen oder gar zu beseitigen. Ebenso spielt der unbedachte Eingriff in das Ökosystem, symbolisiert durch die Entwendung des Godzilla-Eis, und natürlich die nukleare Kontamination, aus der Baby Godzilla erst entsteht, eine große Rolle. Erst spät begreifen die Menschen den Zusammenhang zwischen den Zerstörungen und der Geburt von Baby Godzilla, das dem Forscherteam zwar freundlich gegenübertritt, schlussendlich jedoch seiner Natur folgend mit Mama in den Pazifik steigt.

Nicht zuletzt aufgrund dieser zwar nicht sonderlich tiefgreifenden, allerdings auch nicht platten Story, wartet ein kurzweiliges, wenn auch nicht atemberaubendes Filmerlebnis auf den Zuschauer. Freunde der Suitmationstechnik kommen natürlich in den Genuss epischer Kampfszenen im Legoland und Harikan Ryu, Wataru Fukuda und Kenpachiro Satsuma geben als Baby Godzilla, MechaGodzilla und Godzilla, The Real Deal eine akzeptable Figur in ihren dicken Latexkostümen ab. Immerhin müssen sie nicht waagerecht durch die Luft fliegen oder böse gucken.

Wer allerdings auf einen Klassiker hofft, wird enttäuscht werden. Der Film greift zu gerne auf bereits bekannte Elemente aus der Mottenkiste der Saga zurück und wirkt an vielen Stellen ungewohnt blutleer. Da hilft auch die Reanimierung von Rodan nicht weiter, der immer wieder durchs Bild fliegt und den Godzillas abwechselnd auf die Nerven fällt. Godzilla gegen MechaGodzilla II ist eben der Zwanzigste von 28 Godzilla-Streifen, nicht mehr und nicht weniger. So bleiben noch 4 von 10 Punkten für die Produktion übrig, wobei Fans gerne noch zwei Zähler auf die Wertung addieren dürfen.

Deutscher Titel: Godzilla gegen Mechagodzilla II
Originaltitel: Gojira vs. Mekagojira
Studio/Verleih: Splendid Entertainment/WVG
Produktionsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1993
Länge (PAL-DVD): 108 Minuten
Originalsprache: Japanisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Takao Okawara
Drehbuch: Wataru Mimura
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Kazuma Aoki, Ryoko Sano, Megumi Odaka, Akira Nakao, Harikan Ryu, Wataru Fukuda, Kenpachiro Satsuma u.w.

Trailer (selbstverständlich auf japanisch):

Shadow Hours

Robocop Peter Weller als rätselhafter Psychopath in einem B-Movie voller Serienschauspieler

Shadow Hours

Shadow Hours

Als der Kriminelle Michael aus dem Knast entlassen wird, beginnt für ihn ein neues Leben Nach erfolgreicher Therapie ist er endlich clean, er heiratet, seine Frau erwartet ein Kind. Die Arbeit am Nachtschalter einer Tankstelle ist zwar nicht unbedingt sein Traumjob, doch Michael betrachtet den gläsernen Schaukasten als Chance. Von hier aus kann er unbehelligt und aus sicherer Distanz die Unterwelt von Los Angeles beobachten – eine Welt, mit der er absolut nichts mehr zu tun haben will. Als er jedoch auf den rätselhaften und charismatischen Schriftsteller Stuart Chappell trifft, geraten Michaels gute Vorsätze ins Wanken. Chappell gelingt es, ihn durch das nächtliche L.A. zu schicken angeblich nur für Recherche-Zwecke…

Kritik von Frankster:

„Explosive Mischung aus David Lynch und David Fincher“ beschreibt die Kurz-Rezension den Film auf der Rückseite der DVD. Dies ist natürlich maßlos übertrieben. Regisseur Isaac H. Eaton schickt den Zuschauer in eine Mischung aus Thriller und Drama in gewohnter Low Budget-Atmosphäre, klaut ein wenig von Fight Club und weiß damit durchaus zu unterhalten, schafft jedoch kein filmisches Meisterwerk, an das man sich in ein paar Monaten noch erinnern wird. Ein sicheres Anzeichen für einen billigen amerikanischen (TV-)Movie ist auch Schauspielerin Rebecca Gayheart, die augenscheinlich wie bei uns bei MyHammer.de wahrscheinlich in jedem drittklassigen Film den kostengünstigsten Zuschlag erhält 😉

Balthazar Getty (Serienfreunden wohl eher bekannt als Thomas Walker in „Brothers and Sisters“) fällt in diesem Film auf den mysteriösen Peter Weller herein. Dieser zeigt ihm eine Welt des Reichtums, jedoch auch des Betrugs und der Drogen, denen Michael (Getty) entsagte um mit seiner Frau ein neues Leben zu beginnen. Nebenbei spielen natürlich auch die Polizei und ein Mörder in der Nachbarschaft eine Rolle, wobei man im Film natürlich auf die falsche Fährte geschickt wird. Am Ende gibt es ein Happy End und Wellers Filmrolle ist natürlich nicht der, für den man ihn gehalten hat. Einmal geschaut, gleich wieder verdaut: 3 von 10 Punkten


Filminfos:

Originaltitel: Shadow Hours
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2000
Originalsprache: Englisch
Regie: Isaac H. Eaton
Drehbuch: Isaac H. Eaton
Darsteller: Balthazar Getty, Peter Welly, Rebecca Gayheart

Genere: Thriller/Drama
Verleih: KinoWelt
Länge: 95 Minuten
FSK/USK: 18

Ausschnitt aus Shadow Hours

(Einen deutschen Trailer findet ihr hier )

Targoor – Das Ding aus dem Inneren der Erde

Es schlummerte 50.000 Jahre im innern der Erde – doch dann zogen wir es aus den Untiefen des Wühltischs…

Targoor - Das Ding aus dem Inneren der Erde

Targoor - Das Ding aus dem Inneren der Erde

Bei Ölbohrungen in Alaska wird ein schreckliches Ungeheuer aus der Tiefe ans Tageslicht befördert. Ein vorsintflutliches, grauenvolles Wesen, das Tod und Vernichtung über die Menschen bringt. Dabei hatte alles so harmlos angefangen: Der Wissenschaftler Scott wollte nur das relativ kleine, fremdartige Lebewesen studieren. Er konnte nicht die schnelle Entwicklung und das explosive Wachstum der hässlichen Kreatur vorausahnen. Plötzlich treten mehrere mysteriöse Todesfalle ein. Jake, der Chef der Bohrinsel, erkennt die tödliche Gefahr als erster und versucht mit zwei weiteren Leuten das gewalttätige Monster zu stoppen. Fieberhaft suchen sie nach einem Mittel, das grauenvolle Biest zu vernichten, bevor es sich fortpflanzen kann. Sie kämpfen gegen die Zeit und die Urgewalt der Natur, denn die Konsequenzen sind unvorstellbar… (Quelle: www.digitaldvd.de)

Alex Cee gruselt sich: Die 1980er waren schon ein seltsames Jahrzehnt. Michael Jackson stülpt sich ein Handschuh über und wird zum Superstar, Sylvester Stallone erledigt in seinen Filmen mehr Kommunisten als der Ostblock Einwohner zählt und die USA wählt einen ehemaligen B-Movie Schauspieler zu ihrem Präsidenten. Beste Voraussetzungen also um mit einer Handvoll Dollar-Scheine ein paar hungrige Schauspielimitatoren in den Hinterhöfen Hollywoods für eine warme Suppe an das Set von Targoor zu locken.

Dieser Fernsehfilm aus dem Jahr 1981 wurde auf dem Höhepunkt der Trash-Welle vom US-Sender ABC produziert und TATSÄCHLICH ausgestrahlt! Was sich heute noch nicht einmal 9Live trauen würde, war vor 27 Jahren gängige Praxis. Angesichts des gerade entstehenden Videomarktes, mussten für die schrankgroßen Rekorder schleunigst neue Filme her. Da natürlich auch jeder Fernsehsender von dem wachsenden Markt profitieren wollte, entstanden skurrile Fließbandproduktionen, die selbst mit viel Alkohol kaum zu ertragen sind.

Selbstverständlich schwappte dieser Trend auch bald in die bundesdeutschen Wohnzimmer und so beglückte uns das Videolabel Carrera bereits wenige Jahre später mit dem Deutschland-Debüt von Targoor – Reise ins Grauen (dankenswerterweise hatten die Mitarbeiter des Marketings diesen kleinen Warnhinweis im Titel versteckt). Es vergingen zwei Jahrzehnte, ehe Starmedia Home Entertainment die Rechte im Müll fand und Targoor zu einem unbeachteten Comeback verhalf. Nach Verhaftung und Überstellung an das UN-Menschenrechtstribunal nahm sich im Februar 2007 schließlich die Elfra Film- u. Verlags-GmbH des Streifens an. Elfra ist normalerweise für sein hochwertiges und seriöses Verlagsprogramm aus den Bereichen 2. Weltkrieg, Kampfsport und Manga-Erotik bekannt, verlegt aber auch alte Bruce Lee-Schinken und verstaubte Western. Dass diesem Unternehmen Targoor so peinlich ist, dass es sich hinter dem Pseudonym NUM verstecken muss, sagt eigentlich alles über diesen Film aus…

Für den unschlagbaren Hartz-IV-Preis von 1,99 € erwartet wohl niemand eine Oscar-Produktion. Allerdings mutet es schon befremdlich an, wenn erwachsene Menschen derart dilettantisch über eine Bohrinsel stolpern und Dialoge zum Besten geben, die aus der Feder eines achtjährigen stammen müssen. Satzfragmente wie „Ich habe mit 16 meinen Freund umgebracht. Allerdings war das nicht so schlimm, der Richter sagte, ich muss nur die Stadt verlassen“ oder „Vor vielen Jahren haben Superaffen den Planeten beherrscht, die jedoch ohne eine Spur zu hinterlassen von der Erde verschwunden sind. Wir wissen noch nicht mal, ob es sie gab“ wären für mich eigentlich ein Grund, die Männchen mit den weißen Kitteln zu rufen. In den USA erhalten solche Menschen ein Einstellung als Drehbuchautoren. Auch eine Art der Therapie.

So kommt schließlich eins zum anderen und der Streifen nach 70 Minuten zum vermutlichen Höhepunkt. Ein Monster krabbelt aus dem Bauch einer nymphomanischen Bohrinselangestellten, öffnet Türen, klettert auf Leitern und tötet Menschen. Anders als es sich auf dem Cover vermuten lässt, ist das Ding allerdings nur enttäuschende 180 cm klein und wirkt auch sonst eher wie ein Komparse im Lackanzug und Fahrradhelm auf dem Kopp. Entpuppte sich seine Vorgeburt als eine Alien-Puppe aus der Muppetshow, setzt das Special Effect-Team jetzt noch einen drauf. Die unbeschreiblich nerv tötende Synthesizer-Mucke geht eine Symbiose mit den Geräuschabsonderungen des Monsters (Elll, elll, elll, elll usw.) ein und sorgt – wenn schon nicht für Spannung – wenigstens für Kopfschmerzen. Währenddessen schießt Bohrleider Jake Nevins (Chad Everett) mit Leuchtraketen auf das Ding und während ich mich frage, ob er hauptberuflich nicht den Schnauzbart von „Magnum“ Tom Selleck doubelt, explodiert auch schon der Komparse und ich habe es überstanden. 1 von 10 Punkten für den erfreulich kurzen Abspann, der auf der DVD nicht stattfindet.

Ach so, bevor ich es vergesse: Wir haben noch mehr Titel des brandheißen C-Movie Labels NUM in unseren Besitz gebracht! Freut Euch also mit uns auf weitere Klassiker aus den Untiefen des Wühltischs…

Deutscher Titel: Targoor – Das Ding aus dem Inneren der Erde (alternativ: Targoor – Reise ins Grauen)
Originaltitel: The Intruder within
Studio/Verleih: ABC Furia-Oringer / NUM (Elfra Film- u. Verlags-GmbH)
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1981
Länge (PAL-DVD): 92 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: Peter Carter
Drehbuch: Ed Waters
Musik: Gil Melle
Darsteller: Chad Everett, Joseph Bottoms, Jennifer Warren, Rockne Tarkington, Lynda Mason, Green Paul Larsson, James Hayden u.w.

Bei einem Kaufpreis von 2 Euro macht sich noch nicht einmal der größte Nerd die Mühe, aus dem Rotz auch noch einen Trailer zu schneiden.

EDIT: Der Frankster weiß im Gegensatz zu Alex Cee mit einer Such-Funktion umzugehen und das jeder schlechte Film einen Trailer im Netz haben MUSS. Es folgt der US-Trailer aus dem Jahr 1981:

The Harder They Come

Willkommen zum Classic Friday, der neuen Serie auf CeeNema.de, Eurem Lieblingsfilmblog. Jeden Freitag präsentieren wir Euch an dieser Stelle einen Streifen, der den Lauf der Welt auf die eine oder andere Weise verändert hat…

The Harder They Come

The Harder They Come

Starten wollen wir mit einer Produktion, die so sehr im Underground verhaftet ist, dass sie noch nicht einmal in einer deutschen Synchronfassung vorliegt. Dieser Film schwappte Anfang der 70er Jahre in die US-amerikanischen Lichtspielhäuser, als der sogenannte Midnight Movie schlaflose Studenten und neugierige Jugendliche zur Geisterstunde in die Kinos lockte. Lange vor Sneak Previews und DVD-Rekordern sorgte dieser Trend dafür, dass billig produzierte Low-Budget-Filme ein großes Publikum fanden und Stück für Stück in den Mainstream sickerten. So ist es der munteren Midnight Movie-Szene zu verdanken, dass Streifen wie die Rocky Horror Picture Show, Night of the Living Dead oder Eraserhead heute absoluten Kultstatus genießen.

Auch das Drama The Harder They Come stammt aus der Reihe der Mitternachtsfilme und verfehlte seine Wirkung beim Publikum nicht. Dabei dürften die wenigsten Zuschauer aufgrund der Handlung in die Kinosäle gepilgert sein. Sein Erfolg liegt vielmehr im Soundtrack begründet, der binnen weniger Wochen die folklorischen Töne einer Karibikinsel namens Jamaica in die Gegenwart der westlichen Popkultur katapultierte…

„Erst kam ‚The Harder They Come‘, dann kam der Reggae“, erinnern sich die Szenegänger der 70er Jahre an einen Film zurück, der das Bild der karibischen Inselnation bis zum heutigen Tag entscheidend prägt. Niemand geringeres als Musiklegende Jimmy Cliff spielt den jungen Ivanhoe „Ivan“ Martin, der von einer Karriere als Sänger träumt und dafür den Weg in die Hauptstadt Kingston antritt. Nach verschiedenen Anlaufschwierigkeiten findet er schließlich einen schmierigen Produzenten, der Ivan ausnutzt und für seine Arbeit nur sehr spärlich entlohnt. Desillusioniert beginnt der Musiker sein Geld mit dem illegalen Handel von Marihuana zu verdienen und gerät so in einen Wertekonflikt, der sein Leben zusehends erschwert…

Als Regisseur Perry Henzell 1972 die Arbeit an The Harder They Come beendete ahnte er nicht, welche unvergleichliche Welle er mit diesem Film auslösen würde. Zwar fand er schnell einen Vertriebspartner in den USA, doch die Firma New World des einflussreichen Roger Corman stand ziemlich hilflos vor dem ersten Spielfilm aus Jamaika. In ihren Händen hielten sie ein Sozialdrama einer verarmten karibischen Insel, die kaum keiner kennt und für die sich auch niemand so recht interessiert. Schließlich fiel der Entschluss, The Harder They Come als Variante der coolen Blaxploitation-Produktion Superfly zu positionieren – mit verheerendem Resultat. Der Film floppte an den Kinokassen und wurde schnell in die Spätvorstellungen verlegt, wo er eine unerwartete Renaissance erlebte.

Gefangen genommen von den rhytmischen Klängen des bis dato vollkommen unbekannten Reggae, meldeten die Midnight-Kinos bereits nach wenigen Tagen ausverkaufte Häuser! Die Zuschauer gierten nach der exotischen Filmmusik aus Jamaica und sangen bereits nach kurzer Zeit lauthals mit, wenn Jimmy Cliff in den ersten Sekunden des Films seinen legendären Hit und Titelsong You Can Get It If You Really Want anstimmt. Tatsächlich liest sich das Set der Interpreten, die ihre Songs zum Film beisteuerten, wie ein Who is Who des frühen Reggae. Von  Toots & the Maytals (Pressure Drop, Sweet and Dandy) über Desmond Dekker (Shanty Town), den Melodians (Rivers of Babylon) bis hin zu den Slickers (Johnny Too Bad) fehlt fast niemand der stilprägenden Künstler, die mit ihren Klassikern den Weg für einen gewissen Bob Marley ebneten…

Während Jimmy Cliff seine Schauspielkarriere folglich an den Nagel hing, um als Musiker den Reggae in die Welt zu tragen, geriet The Harder They Come schnell in Vergessenheit. Heute gilt der Film als eine Rarität auf VHS, die es (noch) nicht in das digitale Zeitalter geschafft hat. Erbarmt sich ein Programmkino oder Spartensender jedoch einmal The Harder They Come vorzuführen, sehen die Zuschauer mehr als einen gefeierten Musikfilm. Der Streifen ermöglicht einen tiefen Blick in die Seele der Karibik, den Stolz ihrer Menschen, ihre Zerrissenheit zwischen traditionellen Werten und bitterer Armut, der ewige Überlebenskampf zwischen Blechhütten und Prunkbauten, die Allgegenwart von Kriminalität, Drogen und Gewalt und ihrem Wiederspruch zur gelebten Religiosität. Er räumt auf mit den alten Bild des unschuldigen Paradieses und erlaubt einen Blick hinter die malerische Kulisse des perfekten Sandstrands.

Der Streifen ist dadurch noch lange kein depressives Drama. The Harder They Come versprüht in jeder Kameraeinstellung die Lebensfreude der Karibik, die sich und ihrem Kampf gegen die widrigen Umstände des täglichen (Über)lebens mit diesem Film eine Hymne gegeben hat: You can get it if you really want, but you must try, try and try, try and try, you’ll succeed at last.

Originaltitel: The Harder They Come
Studio/Verleih: International Films
Produktionsland: Jamaika
Erscheinungsjahr: 1972
Länge (PAL-DVD): 120 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: keine Angabe
Regie: Perry Henzell
Drehbuch: Trevor D. Rhone
Produktion: Perry Henzell, Jeff Scheftel
Musik: Jimmy Cliff, Desmond Dekker u.w.
Darsteller: Jimmy Cliff, Janet Bartley, Carl Bradshaw, Ras Daniel Hartman, Basil Keane, Robert Charlton, Winston Stona, u.w.

The Zombie Diaries

The Zombie Diaries

The Zombie Diaries

Ein unbekannter Vogelgrippe-Virus verbreitet sich rasend schnell in der Bevölkerung. Innerhalb weniger Wochen vereinnahmt er von der kleinsten ländlichen Dorfgemeinschaft bis zur großen Weltmetropole den gesamten Planeten. Schon bald sieht sich die Bevölkerung in einer völlig neuen Situation und auf einmal sehr realen Bedrohung gegenüber: den Untoten. Hier beginnt die Geschichte. Drei spannende Videotagebücher berichten über die ersten Momente nach dem Ausbruch der Epidemie bis zu den letzten Tagen der albtraumhaften Apokalypse: Eine Dokumentarfilmcrew reist ins ländliche Umland, um die ausgebrochene Epidemie auf Video festzuhalten und Interviews mit der Bevölkerung zu führen. Erst jetzt bemerkt das Team, wie weit der Virus bereits um sich gegriffen hat… Ein frisch verheiratetes Ehepaar will ein paar Tage außerhalb Londons verbringen, als es inmitten ausgestorbener Dörfer in die dort lauernde Gefahr stolpert… Eine Gruppe Überlebender sucht verzweifelt Zuflucht auf einem verlassenen Bauernhof, um sich dort zu verbarrikadieren… Verfolge die sich ausbreitende Zerstörung durch den Blick der Anwesenden als wärest du selbst mittendrin… (Quelle: Amazon)

Alex Cees Meinung:

Interessanterweise gibt zu Zombie Diaries etliche Rezessionen im deutschsprachigen Internet. Interessant deshalb, da es sich um eine Low-Budget Produktion eines jungen englischen Filmteams handelt, das sich wohl überlegt hat, im Stile von Blair Witch Project und Cloverfield eine Zombie-Doku zu drehen und damit dem Prof an der Kunsthochschule zu beeindrucken. Leider geht dieses Unterfangen mächtig in die Hose, da die (vermutlichen) Studenten einige wesentliche Punkte des Storytellings nicht oder nur am Rande beachtet haben.

Zum einen werden die vier Protagonisten – ein Fernsehteam aus London, das einem mysteriösen Virus auf dem flachen Land auf die Spur kommen will – mitten im Film verschluckt. Ohne Angabe von Gründen verschwinden sie plötzlich aus dem Plot und tauchen erst am Ende der Zombie Diaries in einem Rückblick wieder auf. Dieser Zeitsprung ist dem sadistischen Bösewicht Goke geschuldet, der Gruppe der Überlebenden verrät. Seine Motive bleiben im Hintergrund, genauso die Frage, weshalb seine masochistische Ader durch einen unsinnigen Zeitsprung im Film vertuscht werden soll, obwohl dem Zuschauer schon nach seinem ersten Auftritt klar sein sollte, dass es sich bei ihm um das Arschloch im Schrank handelt.

Auch die Zombie-Action hält sich in Grenzen und findet eigentlich nur am Rande statt. Die meisten Angriffe erfolgen im Dunkeln, wohl um die teure Maske zu sparen und mit rund einem dutzend Darstellern auszukommen. Die Soundeffekte sind furchtbar und gingen mir mächtig auf die Nerven. Die schauspielerischen Leistungen dagegen… na ja, würden wohl auch für Richterin Barbara Salesch reichen.

Alles in allem ein nettes Erstlingswerk für Studenten, die in den nächsten 15 Jahren Programmtrailer für Sky TV zusammenschneiden dürfen. Als Fan des Genres allerdings gibt es durchaus bessere Alternativen. 3 von 10 Punkten

Des Franksters Meinung:

Ich kann mich dem CeeNeManiac nur anschließen: Zombie Diaries ist eindeutig ein schlechtes Stück Wackelkamera – dagegen wirkt War of the Living Dead, der von mir immerhin 4 Punkte erhielt, wie ganz großes Kino.  Immernoch besser als City of the Dead, allerdings auch nur einen Hauch. Mein Gott, ich habe wirklich verdammt viele schlechte Zombie Filme in der letzten Zeit gesehen! Das besten an diesem Werk hier ist eindeutig das (für den Film) viel zu gute Cover. Geben wir diesem Blödsinn hier einfach 2 von 10 Punkten und hoffen auf zukünftlich ENDLICH wieder gute Untoten-Action im DVD-Player. Ich habe noch nicht aufgegeben!

Originaltitel:  The Zombie Diaries
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Michael Bartlett, Kevin Gates
Darsteller: Russell Jones, Craig Sovin und viele andere Laien, die wir hoffentlich niemals wiedersehen!

UK-Trailer:

Bats II – Blutige Ernte

Bats II - Blutige Ernte

Bats II - Blutige Ernte

Der Zeitpunkt: Die Gegenwart. Der Ort: Afghanistan. Die Mission: Einen fanatischen arabischen Terroristen namens Fazul zu finden, der sich in einem Höhlenlabyrinth unter der kargen Landschaft versteckt hält. Eine Eliteeinheit von speziell ausgebildeten und bewaffneten Soldaten durchkämmt die scheinbar endlosen unterirdischen Tunnel, um die Zielperson ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Doch dann stoßen sie in diesem erschreckenden Actionthriller auf einen Feind, auf den sie nicht vorbereitet sind – genetisch veränderte Vampirfledermäuse, die darauf programmiert wurden, sich von menschlichen Fleisch und Blut zu ernähren… (Quelle: Filmmag.de)

Kommentar Frankster: Fledermäuse sind diesen Sommer nicht zuletzt dank dem wahrscheinlich genialen neuen Batman Film wieder total in Mode. Nicht zuletzt deswegen war „Bats II – Blutige Ernte“ ein ‚Must See‘ für Alex und meine Wenigkeit an einem unserer zahlreichen Filmabende. Ein fast schon typischer amerikanischer C-Movie nach der Logik: Wir sind toll, die Tschechenen sind böse und die Russen … na ja, sind immer noch irgendwie böse, schließlich brauchen wir ja ein altes Feindbild falls uns die Neuen ausgehen. Man vermische diese Einstellung mit schlechten Schauspielern im Soldatenkostüm, animierten Hubschraubern, Fledermäusen und Landschaften und – BINGO – wir haben eine neue Direkt-on-DVD Produktion mit einem aussagekräftigen Titel, der allerdings überhaupt nichts mit dem ersten Teil zu tun hat. Das mag den 16jährigen Hauptschul-Filmfreak mit Hang zur Waffengewalt vielleicht noch erregen, von mir gibts dafür allerdings ganz schwache 1 von 10 Punkten.

Kommentar Alex Cee: Furchtbar, was mit Geld alles umgesetzt werden kann. Die einen kaufen sich ein schäbiges Auto, die anderen bestellen sich eine schäbige Frau aus dem Katalog und dritte drehen einen schäbigen Film. Immerhin: Die Animationen von Bats II erinnern stark an ein flott vorgerendertes Actiongame auf dem PC. Sehenswert ist dies allerdings noch lange nicht und wer überhaupt solche Geschichten verbricht, denkt sich sonst wohl auch die Quizfragen bei 9 Live aus. Ich konnte bei diesem Streifen nichts entdecken, was mich begeistert. Noch nicht einmal die Schokoladenseiten der Schauspieler waren sehenswert. Für das einigermassen befriedigende Ende gibt es immerhin noch einen Gnadenpunkt. 1 von 10 Punkten

Originaltitel: Bats – Human Harvest
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Jamie Dixon
Laufzeit: 84 Minuten
FSK-Freigabe: ab 18 Jahren
Darsteller: Tomas Arana, David Chokachi, Bill Cusack, Melissa De Sousa u.w.

US Preview: