Snakes on a Plane

Schlangen im Flugzeug verspeisen die Passagiere und Samuel L. Jackson hat was dagegen. Ein Film der hält, was er verspricht, und deshalb an der Kinokasse floppt. Sehr schade!

Snakes on a Plane

Snakes on a Plane

FBI Agent Flynn hat eine Mission: er soll einen Augenzeugen von Hawaii nach Los Angeles geleiten damit der Staat einen brutalen Mafiaboss hinter Gitter bringen kann. Doch als das Flugzeug gerade hoch in der Luft ist bahnen sich hunderte von aggressiven Giftschlangen ihren Weg in die Passagierkabine, attackieren alles was ihnen in den Weg kommt und verbreiten ein Chaos voller Angst und Schrecken. Mit Hilfe eines Schlangenexperten in L.A. versucht Flynn die Situation in den Griff zu bekommen um den Zeugen und die Passagiere vor den tödlichen Reptilien zu schützten. Es beginnt ein actionreicher und nahezu aussichtsloser Flug ums Überleben. (Quelle: Produktbeschreibung)

Snake on a Cee meint: Das Internet – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2006. New Line Cinema freut sich ein Loch in den Bauch. Unter tatkräftiger Mithilfe einiger Hollywood-Blogger ist es dem Filmstudio gelungen, einen gigantischen Hype um ihren neusten Film mit dem schmissigen Arbeitstitel Snake on a Plane zu entfachen. Zahlreiche Nerds und Online-Zombies drehen witzige Trailer und spamen die Foren mit Drehbuchvorschlägen voll. New Line ist sich sicher: Das wird ein Knaller.

Das obligatorische Preview für die Journaille hält man für nicht notwendig, schließlich könnte eine kritische Berichterstattung das sensible Cybervolk verschrecken. Als Ziel für das erste Kinowochenende werden deshalb bescheidene 38 Millionen Dollar ausgegeben, immerhin weiß man die Community hinter sich. Zu doof nur, dass diese von kostenpflichtigen Dienstleistungen nicht viel hält…

Während also die eine Hälfte schon dem nächsten heißen Scheiß hinterher hechelt und die andere noch überlegt, hinter welcher Müllwand sich wohl die Haustür verstecken könnte, verhungert Soap, wie hippe Leute den Streifen nennen, mit einem Einspielergebnis von nur 13,8 Millionen Dollar an den Kinokassen. In Deutschland sehen nur 73.000 Besucher (!) den Streifen und runden den spektakulärsten Flop der jüngeren Filmgeschichte ab. Ein Schock für New Line, das die Konsumfreude mitteilungsbedürftiger Internetgestalten komplett überschätzt hat. Oder gibt es tatsächlich einen triftigen Grund, Snakes on a Plane zu verschmähen?

Zugegeben, der Plot ist schnell erzählt. Aggressive Gift- und Würgeschlangen befreien sich im Frachtraum und fallen über die Passagiere her. Unter ihnen befindet sich FBI-Agent Neville Flynn (Samuel L. Jackson), der den Mordzeugen Eddie Kim (Bryon Lawson) zu einem Schwurgericht begleiten soll. Als die ersten Menschen einen qualvollen Tod erleiden, nimmt Flynn das Heft in die Hand und führt das Heer der Überlebenden in den sicheren Hafen des nächst gelegenen Airports.

Der eindimensionalen Story ungeachtet, bietet Snakes on a Plane wirklich alles, was ein kurzweiliger Katastrophenfilm braucht. Ganz im Stile alter Slasher-Filme bedient der Streifen zielsicher alle Vorurteile und Schockmomente des Trash-Action-Thrillers. Gewürzt mit einem kräftigen Schuss Ironie und Situationskomik hebt sich Soap erfrischend von den geistigen Vätern aus den 1970er Jahren ab und ersetzt den geschniegelten Superhelden mit Blend-A-Dent-Lächeln durch einen kompromisslosen, kantigen Cop mit coolen Sprüchen auf der Lippe. Keine Frage, der Cineasten-Macho kommt voll auf seine Kosten und erfreut sich an der Arbeit der kriechenden Reptilien.

Doch genau diese Kriterien sollten sich als die große Schwachstelle des Films erweisen – zumindest aus ökonomischer Sicht. Erwarteten die Zuschauer nach dem gigantischen Rauschen im World Wide Web nicht weniger als die Neuerfindung des Rades, erhielten sie stattdessen nur einen gut gemachten Genrefilm, der seinen kommerziellen Höhepunkt allerdings schon vor 30 Jahren überschritten hat. Ein klassischen Beispiel für miserables Marketing, was Snake on a Plane den Makel des Kassengifts verleiht. Vollkommen zu unrecht, aber leider nicht zu ändern. Die zischenden 8,5 von 10 Punkten sind da nur ein kleiner Trost…

Deutscher Titel: Snakes on a Plane
Originaltitel: Snakes on a Plane
Studio/Verleih: New Line Cinema / Warner Bros. Germany
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Länge (PAL-DVD): 101 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: David R. Ellis
Drehbuch: John Heffernan, Sebastian Gutierrez, David Dalessandro, John Heffernan
Musik: Trevor Rabin
Darsteller: Samuel L. Jackson, Julianna Margulies, Nathan Phillips, Rachel Blanchard, Bryon Lawson u.w.

Trailer (englisch):

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