Targoor – Das Ding aus dem Inneren der Erde

Es schlummerte 50.000 Jahre im innern der Erde – doch dann zogen wir es aus den Untiefen des Wühltischs…

Targoor - Das Ding aus dem Inneren der Erde

Targoor - Das Ding aus dem Inneren der Erde

Bei Ölbohrungen in Alaska wird ein schreckliches Ungeheuer aus der Tiefe ans Tageslicht befördert. Ein vorsintflutliches, grauenvolles Wesen, das Tod und Vernichtung über die Menschen bringt. Dabei hatte alles so harmlos angefangen: Der Wissenschaftler Scott wollte nur das relativ kleine, fremdartige Lebewesen studieren. Er konnte nicht die schnelle Entwicklung und das explosive Wachstum der hässlichen Kreatur vorausahnen. Plötzlich treten mehrere mysteriöse Todesfalle ein. Jake, der Chef der Bohrinsel, erkennt die tödliche Gefahr als erster und versucht mit zwei weiteren Leuten das gewalttätige Monster zu stoppen. Fieberhaft suchen sie nach einem Mittel, das grauenvolle Biest zu vernichten, bevor es sich fortpflanzen kann. Sie kämpfen gegen die Zeit und die Urgewalt der Natur, denn die Konsequenzen sind unvorstellbar… (Quelle: www.digitaldvd.de)

Alex Cee gruselt sich: Die 1980er waren schon ein seltsames Jahrzehnt. Michael Jackson stülpt sich ein Handschuh über und wird zum Superstar, Sylvester Stallone erledigt in seinen Filmen mehr Kommunisten als der Ostblock Einwohner zählt und die USA wählt einen ehemaligen B-Movie Schauspieler zu ihrem Präsidenten. Beste Voraussetzungen also um mit einer Handvoll Dollar-Scheine ein paar hungrige Schauspielimitatoren in den Hinterhöfen Hollywoods für eine warme Suppe an das Set von Targoor zu locken.

Dieser Fernsehfilm aus dem Jahr 1981 wurde auf dem Höhepunkt der Trash-Welle vom US-Sender ABC produziert und TATSÄCHLICH ausgestrahlt! Was sich heute noch nicht einmal 9Live trauen würde, war vor 27 Jahren gängige Praxis. Angesichts des gerade entstehenden Videomarktes, mussten für die schrankgroßen Rekorder schleunigst neue Filme her. Da natürlich auch jeder Fernsehsender von dem wachsenden Markt profitieren wollte, entstanden skurrile Fließbandproduktionen, die selbst mit viel Alkohol kaum zu ertragen sind.

Selbstverständlich schwappte dieser Trend auch bald in die bundesdeutschen Wohnzimmer und so beglückte uns das Videolabel Carrera bereits wenige Jahre später mit dem Deutschland-Debüt von Targoor – Reise ins Grauen (dankenswerterweise hatten die Mitarbeiter des Marketings diesen kleinen Warnhinweis im Titel versteckt). Es vergingen zwei Jahrzehnte, ehe Starmedia Home Entertainment die Rechte im Müll fand und Targoor zu einem unbeachteten Comeback verhalf. Nach Verhaftung und Überstellung an das UN-Menschenrechtstribunal nahm sich im Februar 2007 schließlich die Elfra Film- u. Verlags-GmbH des Streifens an. Elfra ist normalerweise für sein hochwertiges und seriöses Verlagsprogramm aus den Bereichen 2. Weltkrieg, Kampfsport und Manga-Erotik bekannt, verlegt aber auch alte Bruce Lee-Schinken und verstaubte Western. Dass diesem Unternehmen Targoor so peinlich ist, dass es sich hinter dem Pseudonym NUM verstecken muss, sagt eigentlich alles über diesen Film aus…

Für den unschlagbaren Hartz-IV-Preis von 1,99 € erwartet wohl niemand eine Oscar-Produktion. Allerdings mutet es schon befremdlich an, wenn erwachsene Menschen derart dilettantisch über eine Bohrinsel stolpern und Dialoge zum Besten geben, die aus der Feder eines achtjährigen stammen müssen. Satzfragmente wie „Ich habe mit 16 meinen Freund umgebracht. Allerdings war das nicht so schlimm, der Richter sagte, ich muss nur die Stadt verlassen“ oder „Vor vielen Jahren haben Superaffen den Planeten beherrscht, die jedoch ohne eine Spur zu hinterlassen von der Erde verschwunden sind. Wir wissen noch nicht mal, ob es sie gab“ wären für mich eigentlich ein Grund, die Männchen mit den weißen Kitteln zu rufen. In den USA erhalten solche Menschen ein Einstellung als Drehbuchautoren. Auch eine Art der Therapie.

So kommt schließlich eins zum anderen und der Streifen nach 70 Minuten zum vermutlichen Höhepunkt. Ein Monster krabbelt aus dem Bauch einer nymphomanischen Bohrinselangestellten, öffnet Türen, klettert auf Leitern und tötet Menschen. Anders als es sich auf dem Cover vermuten lässt, ist das Ding allerdings nur enttäuschende 180 cm klein und wirkt auch sonst eher wie ein Komparse im Lackanzug und Fahrradhelm auf dem Kopp. Entpuppte sich seine Vorgeburt als eine Alien-Puppe aus der Muppetshow, setzt das Special Effect-Team jetzt noch einen drauf. Die unbeschreiblich nerv tötende Synthesizer-Mucke geht eine Symbiose mit den Geräuschabsonderungen des Monsters (Elll, elll, elll, elll usw.) ein und sorgt – wenn schon nicht für Spannung – wenigstens für Kopfschmerzen. Währenddessen schießt Bohrleider Jake Nevins (Chad Everett) mit Leuchtraketen auf das Ding und während ich mich frage, ob er hauptberuflich nicht den Schnauzbart von „Magnum“ Tom Selleck doubelt, explodiert auch schon der Komparse und ich habe es überstanden. 1 von 10 Punkten für den erfreulich kurzen Abspann, der auf der DVD nicht stattfindet.

Ach so, bevor ich es vergesse: Wir haben noch mehr Titel des brandheißen C-Movie Labels NUM in unseren Besitz gebracht! Freut Euch also mit uns auf weitere Klassiker aus den Untiefen des Wühltischs…

Deutscher Titel: Targoor – Das Ding aus dem Inneren der Erde (alternativ: Targoor – Reise ins Grauen)
Originaltitel: The Intruder within
Studio/Verleih: ABC Furia-Oringer / NUM (Elfra Film- u. Verlags-GmbH)
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1981
Länge (PAL-DVD): 92 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: Peter Carter
Drehbuch: Ed Waters
Musik: Gil Melle
Darsteller: Chad Everett, Joseph Bottoms, Jennifer Warren, Rockne Tarkington, Lynda Mason, Green Paul Larsson, James Hayden u.w.

Bei einem Kaufpreis von 2 Euro macht sich noch nicht einmal der größte Nerd die Mühe, aus dem Rotz auch noch einen Trailer zu schneiden.

EDIT: Der Frankster weiß im Gegensatz zu Alex Cee mit einer Such-Funktion umzugehen und das jeder schlechte Film einen Trailer im Netz haben MUSS. Es folgt der US-Trailer aus dem Jahr 1981:

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