Stellungswechsel

Deutsche Feinkost zum Anfassen mit Lachgarantie?

Stellungswechsel

Stellungswechsel

Frank ist Germanist, arbeitslos und Hausmann. Gy ist Polizist und ein Möchtegern-Romeo. Olli hat einen Feinkostladen, der nicht läuft. Giselher gehört zur Generation 50+ und ist dauerfrustriert und Lasse ist der Jungspund der Truppe. Eine ungewöhnliche Geschäftsidee soll den Fünf aus ihrer finanziellen und sexuellen Misere helfen: Ein Escort-Service für Frauen. Für ihren neuen Job als „Deutsche Feinkost zum Anfassen“ sind die fünf Gigolos bereit alles zu geben… und das sogar mit Orgasmusgarantie! (Quelle: Produktbeschreibung)

Alex Cee schreibt: Oh Gott, eine deutsche Filmproduktion! Und dann heißt sie auch noch Stellungswechsel. Sofort bauen sich alle furchtbaren, schrecklichen und bis zum Himalaya auftürmenden Stereotypen vor meinen geistigen Auge auf, die nur aus dem Kopf eines spießigen, nach Fußschweiß müffelnden, kranken, ungerammelten germanischen Drehbuchautor stammen können, dem all-sonntäglich beim Genuss der Lindenstraße die Sabber aus dem Mundwinkel tropft! Ehrlich, ich verachte den Deutschen Film, ich kann ihn nicht ausstehen! Insbesondere bei teutonischen Beziehungs- und Fickelkomödien Marke Mann im Schrank bekomme ich unverzüglich juckenden Ausschlag und blute so stark aus den Augen, dass Rom meine Wohnung eigentlich zum katholischen Walfahrtsort erklären müsste. Sobald Figuren wie Till Schweiger, Veronika Ferres, Katja Riemann oder Jan Josef Liefers auf dem Bildschirm auftauchen, würde ich vor Scham am liebsten die Staatsbürgerschaft abgeben oder zumindest den Tag auslöschen, an dem die Gebrüder Lumière erstmals die Bilder tanzen ließen. Wenn dann auch noch Sönke Wortmann Regie führt, weiß ich, wie die Deutschen einst den… aber lassen wir das.

Nun also Stellungswechsel. Alleine der Titel klingt schon so innovativ und unverwechselbar wie Hundestellung, Missionarsstellung, Stellung 69 oder gleich Rudelbums. Besonders schön ist auch immer der Vorspann solcher Streifen, der aufdeckt, mit welchen Geldern dieser Staatsfilm produziert wurde. Wieso Staatsfilm? Nun, wie die meisten cineastischen Produktionen aus deutschen Landen, wurde auch Stellungswechsel öffentlich subventioniert gefördert. In diesem Fall machte die Bayrische Filmförderung, die sich größtenteils aus öffentlich-rechtlichen Geldern speist, und – gleich ganz offiziell – der Öffi-Dino ZDF die Geldschatulle auf. Wir rekapitulieren: ZDF = GEZ = Gebühren = mein Geld. Dieser Film wurde also mit Steuergeldern finanziert, denn nichts anderes ist die Zwangsabgabe Rundfunk- und Fernsehgebühr. Eigentlich ist daran auch nichts auszusetzen. Eigentlich! Denn wenn es niemand schafft, in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern, in dem Menschen mit Schnuffelpuffel-Kuschelsong-Handyklingeltönen Millionär werden, eine Filmindustrie aufzuziehen, die SELSBSTFINANZIERT und RENTABEL arbeitet, ist eigentlich schon alles über deren Qualität gesagt!

Aber genug gekotzt, wechseln wir die Stellung. Wie zu erwarten dreht sich in diesem Film alles um den Schnippel, der mal wieder beschäftigt werden möchte. Sechs Männer, alle mehr oder weniger arbeitslos und dem Untergang nahe, gründen einen Escort-Service für Frauen und hoffen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Das klappt erst nicht, dann allerdings doch, jeder scheint seinen ersten Fick Liebesdienst zu versemmeln, kriegt dann allerdings doch einen hoch die Kurve, die obligatorische Freundin, die ihren Kerl nach den ersten 30 Minuten erst rausschmeißt / ignoriert / versucht umzubringen, kehrt zurück und / oder wird erobert und zum Schluss sind alle glücklich! Wirklich, Stellungswechsel ist so vorhersehbar wie ein Fußballländerspiel zwischen Deutschland und San Marino aber… VERDAMMT, ich habe mich DENNOCH amüsiert! Ich habe mich weder gelangweilt, noch musste ich mich übergeben. Scheiße, ich habe sogar laut gelacht, mit den Protagonisten gezittert und auf ein Happy End gehofft! Das muss an der schrecklichen Pizza gelegen haben, die ich vorher verspeist habe. Vor diesem Hintergrund bleibt mir nichts anderes übrig als 7 von 10 Punkten zu vergeben. Mist! P.S.: Franzosen hätten natürlich einen besseren Film gedreht 🙂

Deutscher Titel: Stellungswechsel
Originaltitel: Stellungswechsel
Studio/Verleih: Twentieth Century Fox
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): 93 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Maggie Peren
Drehbuch: Maggie Peren, Christian Bayer
Produktion: Jacob Claussen, Thomas Wöbke, Uli Putz
Musik: Caro Heiss, Marc Sidney Müller
Darsteller: Florian Lukas, Gustav Peter Wöhler, Sebastian Bezzel, Kostja Ullmann, Herbert Knaup, Maria Potthoff, Nina Kronjäger u.w.

Trailer:

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2 Kommentare

  1. […] noch Sönke Wortmann Regie führt, weiß ich, wie die Deutschen einst den… aber lassen wir das. (weiter bei CeeNema.de) Posted in Allgemeines, Wissenswertes | Tagged Arschkriecherei, China, Diktatur, Fox, premiere, […]

  2. […] aus “Stellungswechsel” – Filmkritik auf CeeNema.de […]


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