Futurama – Bender’s Big Score

Futurama - Bender's Big Score

Bender

Bender`s Big Score ist der eindrucksvolle Beweis dafür, dass sich Qualität durchsetzt und wiedervereinigt das Futurama-Team in einem abendfüllendem Animationsfilm. […] In bester Futurama-Manier entwickelt sich ein bewusst absurder Plot. Im Kern geht es um Außerirdische, die einen Email-Virus benutzen um Planet-Express stillzulegen und die Kontrolle über den streitlustigen Roboter „Bender“ zu erlangen. Dahinter steht der aberwitzige Plan den Roboter auf Diebestour durch die Menschheitsgeschichte zu schicken. Das schafft Raum für jede Menge Subplots. Neben amourösen Verwicklungen zwischen Fry und Leela (gesprochen von Katey Sagal), gerät etwa Fry, der im Übrigen den Aktivierungscode für die Zeitmaschine auf seinem tätowierten Hinterteil trägt, zurück ins 20.Jahrhundert. Dazu gesellen sich etliche Cameo-Auftritte: so taucht neben Kwaanzo-bot (Coolio) und Zapp Brannigan auch Al Gore auf, der erneut unter Beweis stellt, dass auch Vize-Präsidenten Humor besitzen können. (Quelle: Amazon.de)

Kommentar Alex Cee: Für viele ist Futurama nicht mehr als der kleine, hässliche Bruder der Simpsons. Während Produzent Matt Groening mit Homer, Marge, Bart und Co. inzwischen in die 20. Staffel (!) geht und mit dem (allenfalls lauen) Spielfilm im vergangenen Jahr weltweit rund 526,8 Millionen Dollar einspielen konnte, verschwanden Bender seine Leidgenossen aufgrund schlechter Einschaltquoten sang und klanglos vom Bildschirm.

Vier Jahre mussten die Fans des „Planet Express“ warten, ehe der Spartensender Comedy Central im Juni 2006 ein furioses Comeback von Fry und Leela ankündigte. Um die Wartezeit für die kleine, aber sehr treue Anhängerschaft zu verkürzen, erschienen im November 2007 drei neue Folgen von „Futurama“ zu einem Spielfilm zusammengefasst auf DVD. Seit Ende März 2008 auch in Deutschland erhältlich, überzeugt die DVD-Box durch zahlreiche, nette Features wie den lustigen Audiokommentaren der Produzenten, Autoren und Sprecher oder einer kompletten Folge der Sitcom „Everybody Loves Hypnotoad“, der erfolgreichsten Fernsehserie im Futurama-Universum.

Trotz dieser schönen Extras und dem Versuch, den Zuschauern ein besonders tiefgründiges Feuerwerk an gemeinen Gags, sarkastischen Anspielungen und verschmitzten Gleichnissen zu bieten, kann „Bender’s Big Score“ nicht vollends überzeugen. Auf dem ersten Blick mag dies am absurden Plot liegen, der sich nur mit einigen Promillen in Blut halbwegs nachvollziehen lässt. Bei näherer Betrachtung liegt die Ursache jedoch viel tiefer begraben und offenbart die ganz große Schwäche dieser Serie.

Analog zu den „Simpsons“ – oder auch „South Park“ und „American Dad“ – verbindet „Futurama“ zum Teil ätzende Sozialkritik mit Satire und Komik. Während Homer, Cartman und Stanley Smith in einer typischen amerikanischen Vorstadt unserer Zeit leben, die sich theoretisch an jedem Ort in der westlichen Welt befinden könnte, bewegen sich Fry und Bender im „Neu New York“ des 31. Jahrhunderts. Es gibt Selbstmordzellen, Monster als Nachrichtensprecher und Stahlroboter, die in Seifenopern die Hauptrolle spielen. So genial diese Einfälle auch sein mögen, stellen sie schließlich nur ein Zerrbild einer Zukunft dar, wie sie höchstens in Science Fiction-Comics der 50er Jahre gezeichnet wurde. Die durchaus klugen Anspielungen auf die Gegenwartsgesellschaft gehen in dieser intergalaktischen Bilderflut einfach unter und wirken aufgesetzt. So großartig die Charaktere des zynisch-bösen Roboters Bender oder des liebevollen Trottels Fry auch gezeichnet sein mögen, sie bieten dem Zuschauer einfach keine Fläche zur Reflektion. So rutscht die Sozialkritik den Bach runter, mit ihnen ein Großteil der Gags und es bleibt der pure Slapstick, der „Futurama“ tragen muss. Kombiniert mit der wirren Story des Films, ist „Bender’s Big Score“ nur den hartgenossenen Fans der Serie zu empfehlen, die sich allerdings über die vielen kleinen Schmankerl der DVD freuen werden. Bewertung: 6 von 10 Punkten

Originaltitel: Bender’s Big Score
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): ca. 85 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Dwayne Carey-Hill
Produzent: David X. Cohen, Brian J. Cowan, Matt Groening
Musik: Christopher Tyng
Stimmen: Dirk Meyer (Philip J. Fry), Marion Sawatzki (Turanga Leela), Hans-Rainer Müller (Bender Bending Rodriguez), Thomas Reiner (Professor Hubert J. Farnsworth), Manfred Erdmann (Dr. John Zoidberg), Michael Rüth (Hermes Conrad), Shandra Schadt (Amy Wong) u.w.

Trailer (englisch):

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