Rocky Balboa

Rocky Balboa

Rocky Balboa

Der ehemalige Schwergewichts-Champion Rocky Balboa (Sylvester Stallone) ist unter die Gastronomen Philadelphias gegangen. In seinem italienischen Lokal „Adriane’s“ spaziert er durch die Tischreihen und gibt Anekdoten aus seinem Boxerleben zum Besten. Nachdem seine Ehefrau Adrian (Talia Shire) nach langjähriger Partnerschaft verstorben ist, wird der ehemalige Champ von Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre gepeinigt. Regelmäßig besucht er ihr Grab auf dem städtischen Friedhof. Das Verhältnis zu seinem Sohn (Milo Ventimiglia) ist angespannt. Dem Junior fällt es schwer, sich aus dem übergroßen Schatten des Vaters zu bewegen. Auch Pauli (Burt Young) hat schon bessere Zeiten erlebt. Der ehemalige Trainer des ‚Italian Stallion‘ benebelt seine trostlose Existenz mit Alkohol. Doch dann wendet sich das Schicksal, denn der amtierende Boxweltmeister Mason „The Line“ Dixon (Antonio Tarver) gibt Balboa die Chance für ein Comeback. Wird Rock es noch einmal schaffen? (Quelle: filmreporter.de)

Kommentar Alex Cee: Boxweltmeister Antonio Tarver, der in „Rocky Balboa“ den unbeliebten Schwergewichts-Champion Mason „The Line“ Dixon spielt, bringt es auf den Punkt. Während der Aufnahme des Boxfights im Vorprogramm eines echten WM-Kampfs in Las Vegas bedurfte es keiner Aufforderung des Publikums, die Figur Mason Dixon auszubuhen. „Man nicht gegen Rocky Balboa kämpfen und dabei erwarten, gemocht zu werden“, so Traver zu dieser einmaligen Erfahrung. Ganz klar: Rocky ist neben Muhammad Ali der bekannteste und wohl auch beliebteste „Boxer“ aller Zeiten!

Die Geschichte des „Italian Stallion“, des italienischen Hengst, ist nicht nur eine nun sechs Teile umfassende Filmreihe über die Karriere eines fiktiven Profi-Boxers. Sie ist in jeder Episode auch eine Autobiographie des geistigen Vaters Sylvester Stallone, angefangen von der ultimativen Underdog-Story im ersten Rocky-Teil, über den Aufstieg zum Weltmeister im zweiten, den empfindlichen und schmerzhaften Rückschlägen im dritten, der politischen Instrumentalisierung im vierten und dem unweigerlichen, sozialen und moralischen Abstieg einer Legende im fünften Film. Insbesondere die 1990 abgedrehte Episode V enttäuschte auf ganzer Linie und entblößte Stallone als abgehalfterten und uninspirierten Actiondarsteller, der für eine siebenstellige Gage wirklich alle Qualitätskriterien über Bord wirft. Vollkommen zu Recht begruben Kritiker und Fans „Rocky“ auf dem Friedhof der Filmgeschichte, als mahnendes Beispiel für die kreative Saftpresse Hollywood, die jeden erfolgreichen Stoff solange ausgequetscht, bis selbst die hartgesottensten Fans die Kinoleinwand mit Tomaten bewerfen.

16 Jahre mussten vergehen, bis sich Stallone an einen weiteren „Rocky“ wagte. 16 Jahre, in denen Sly die Weisheit des Alters küsste und ihn daran erinnerte, dass es nicht das Geld ist, was von einem bleibt. In Rückbesinnung auf den ersten Teil der Saga ist es Stallone gelungen, einen nachdenklichen Film zu drehen, der sich weniger mit dem Kampf, sondern mehr mit den Umständen des Lebens beschäftigt. Gebeutelt vom Schicksal und mit der eigenen Vergänglichkeit hadernd, stellt sich Balboa seinem letzten Fight und besiegt schließlich die „Dämonen“ der Vergangenheit. Dass Rocky den Showdown mit Mason „The Line“ Dixon knapp nach Punkten verliert, spielt dabei keine Rolle mehr und ist nur eine Randnotiz wert.

Dies ist nicht die einzige Analogie zum ersten Teil, die Balboa ebenfalls als sportlich unterlegen aus dem Ring steigen lässt. „Rocky Balboa“ schließt die Klammer zum ersten, Oscar-prämierten Film und versöhnt nicht nur die Freunde des Boxerdramas. Sylvester Stallone wahrt das Erbe einer Figur, die wie kaum eine zweite in der Geschichte Hollywoods (auch John Rambo nicht) mit seinem geistigen Vater zu verschmelzen scheint. „Rocky“ ist erwachsen geworden und verlässt die Bühne mit aufrechtem Gang. Mehr kann ein Fan nicht verlangen. 7 von 10 Punkten

Originaltitel: Rocky Balboa
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Länge (PAL-DVD): ca. 98 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Sylvester Stallone
Drehbuch: Sylvester Stallone
Musik: Bill Conti
Darsteller: Sylvester Stallone, Burt Young, Milo Ventimiglia, Geraldine Hughes, Tony Burton, Antonio Tarver, James Francis Kelly u.w.

Trailer:

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt noch keine Kommentare.

Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s