Stellungswechsel

Deutsche Feinkost zum Anfassen mit Lachgarantie?

Stellungswechsel

Stellungswechsel

Frank ist Germanist, arbeitslos und Hausmann. Gy ist Polizist und ein Möchtegern-Romeo. Olli hat einen Feinkostladen, der nicht läuft. Giselher gehört zur Generation 50+ und ist dauerfrustriert und Lasse ist der Jungspund der Truppe. Eine ungewöhnliche Geschäftsidee soll den Fünf aus ihrer finanziellen und sexuellen Misere helfen: Ein Escort-Service für Frauen. Für ihren neuen Job als „Deutsche Feinkost zum Anfassen“ sind die fünf Gigolos bereit alles zu geben… und das sogar mit Orgasmusgarantie! (Quelle: Produktbeschreibung)

Alex Cee schreibt: Oh Gott, eine deutsche Filmproduktion! Und dann heißt sie auch noch Stellungswechsel. Sofort bauen sich alle furchtbaren, schrecklichen und bis zum Himalaya auftürmenden Stereotypen vor meinen geistigen Auge auf, die nur aus dem Kopf eines spießigen, nach Fußschweiß müffelnden, kranken, ungerammelten germanischen Drehbuchautor stammen können, dem all-sonntäglich beim Genuss der Lindenstraße die Sabber aus dem Mundwinkel tropft! Ehrlich, ich verachte den Deutschen Film, ich kann ihn nicht ausstehen! Insbesondere bei teutonischen Beziehungs- und Fickelkomödien Marke Mann im Schrank bekomme ich unverzüglich juckenden Ausschlag und blute so stark aus den Augen, dass Rom meine Wohnung eigentlich zum katholischen Walfahrtsort erklären müsste. Sobald Figuren wie Till Schweiger, Veronika Ferres, Katja Riemann oder Jan Josef Liefers auf dem Bildschirm auftauchen, würde ich vor Scham am liebsten die Staatsbürgerschaft abgeben oder zumindest den Tag auslöschen, an dem die Gebrüder Lumière erstmals die Bilder tanzen ließen. Wenn dann auch noch Sönke Wortmann Regie führt, weiß ich, wie die Deutschen einst den… aber lassen wir das.

Nun also Stellungswechsel. Alleine der Titel klingt schon so innovativ und unverwechselbar wie Hundestellung, Missionarsstellung, Stellung 69 oder gleich Rudelbums. Besonders schön ist auch immer der Vorspann solcher Streifen, der aufdeckt, mit welchen Geldern dieser Staatsfilm produziert wurde. Wieso Staatsfilm? Nun, wie die meisten cineastischen Produktionen aus deutschen Landen, wurde auch Stellungswechsel öffentlich subventioniert gefördert. In diesem Fall machte die Bayrische Filmförderung, die sich größtenteils aus öffentlich-rechtlichen Geldern speist, und – gleich ganz offiziell – der Öffi-Dino ZDF die Geldschatulle auf. Wir rekapitulieren: ZDF = GEZ = Gebühren = mein Geld. Dieser Film wurde also mit Steuergeldern finanziert, denn nichts anderes ist die Zwangsabgabe Rundfunk- und Fernsehgebühr. Eigentlich ist daran auch nichts auszusetzen. Eigentlich! Denn wenn es niemand schafft, in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern, in dem Menschen mit Schnuffelpuffel-Kuschelsong-Handyklingeltönen Millionär werden, eine Filmindustrie aufzuziehen, die SELSBSTFINANZIERT und RENTABEL arbeitet, ist eigentlich schon alles über deren Qualität gesagt!

Aber genug gekotzt, wechseln wir die Stellung. Wie zu erwarten dreht sich in diesem Film alles um den Schnippel, der mal wieder beschäftigt werden möchte. Sechs Männer, alle mehr oder weniger arbeitslos und dem Untergang nahe, gründen einen Escort-Service für Frauen und hoffen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Das klappt erst nicht, dann allerdings doch, jeder scheint seinen ersten Fick Liebesdienst zu versemmeln, kriegt dann allerdings doch einen hoch die Kurve, die obligatorische Freundin, die ihren Kerl nach den ersten 30 Minuten erst rausschmeißt / ignoriert / versucht umzubringen, kehrt zurück und / oder wird erobert und zum Schluss sind alle glücklich! Wirklich, Stellungswechsel ist so vorhersehbar wie ein Fußballländerspiel zwischen Deutschland und San Marino aber… VERDAMMT, ich habe mich DENNOCH amüsiert! Ich habe mich weder gelangweilt, noch musste ich mich übergeben. Scheiße, ich habe sogar laut gelacht, mit den Protagonisten gezittert und auf ein Happy End gehofft! Das muss an der schrecklichen Pizza gelegen haben, die ich vorher verspeist habe. Vor diesem Hintergrund bleibt mir nichts anderes übrig als 7 von 10 Punkten zu vergeben. Mist! P.S.: Franzosen hätten natürlich einen besseren Film gedreht 🙂

Deutscher Titel: Stellungswechsel
Originaltitel: Stellungswechsel
Studio/Verleih: Twentieth Century Fox
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): 93 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Maggie Peren
Drehbuch: Maggie Peren, Christian Bayer
Produktion: Jacob Claussen, Thomas Wöbke, Uli Putz
Musik: Caro Heiss, Marc Sidney Müller
Darsteller: Florian Lukas, Gustav Peter Wöhler, Sebastian Bezzel, Kostja Ullmann, Herbert Knaup, Maria Potthoff, Nina Kronjäger u.w.

Trailer:

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Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Greenhorn erschießt Legende und der Zuschauer schläft ein. Ein Film, der einen Popstar abstaubt.

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

1881: Der berühmt-berüchtigte Verbrecher Jesse James (Brad Pitt) ist alt geworden, mit 34 Jahren hat er mit seiner stark angeschlagenen Gesundheit, Paranoia und schweren Depressionen zu kämpfen. Gemeinsam mit den Ford-Brüdern Robert (Casey Affleck) und Charley (Sam Rockwell) plant er seinen letzten großen Clou, um sich danach zu seiner Frau (Mary-Louise Parker) und seinen beiden Kindern zurückzuziehen. Doch das Verhältnis der drei ist von tiefem Misstrauen geprägt. Schließlich tötet Robert Jesse, indem er ihn von hinten erschießt. „Die Ermordung…“ handelt von den Monaten vor dem folgenschweren Schuss: Wie kam es dazu, dass der unsichere, erst 19 Jahre alte Robert, der Jesse stets als sein größtes Idol verehrte, das fertig brachte, wozu die Sheriffs gleich mehrerer Staaten zuvor nicht in der Lage gewesen waren… (Quelle: filmstars.de)

Das sagt „Cowboy“ Alex Cee: Was haben Die schönsten Bahnstrecken Europas – Frankreich: Villefrance de Conflent nach Latour de Carol und Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford gemeinsam? Richtig, einen verdammt sperrigen Titel, ungefähr die selbe Länge und ganz bestimmt den gleichen Unterhaltungswert! Halte ich den Freunden der Eisenbahn allerdings zugute, dass sich während der Führerstandsmitfahrt im Nachtprogramm wenigstens noch ab und an die Landschaft ändert, muss der leidende Zuschauer von Jesse James selbst darauf verzichten! Überhaupt scheint der melancholische Western in einem Paralleluniversum zu spielen, in dem sich die Erde um eine graue, blasse und blutleere Sonne dreht. Anders lassen sich die furchtbar trüben Bilder nicht erklären, die durch den Film plätschern, wie geronnene Milch aus einem alten 1-Liter-Karton.

Selbstverständlich steckt hinter der deprimierenden Fassade Methodik, wie auch hinter allen anderen Stilelementen, die Regisseur Andrew Dominik krampfhaft einzusetzen versucht. Der Streifen ist schließlich keine Komödie oder ein leicht verdaulicher Tanzfilm, sondern ein Abgesang auf Amerikas ersten großen Popstar Jesse James, der im Nebenberuf noch eineinhalb Dutzend Menschen das Leben gekostet hat.

So erzählt Dominik die Geschichte eines des Lebens müden Mannes, der über seinen Zenit hinaus den letzten großen Coup plant und dabei hinterrücks von einem jugendlichen Verlierer, der einfach nur berühmt sein wollte und auf Anerkennung hoffte, erschossen wird. Ein Stoff, der allen großen Dichtern und Denkern gefallen hätte. Leider waren Homer, Shakespeare und Goethe zum Zeitpunkt der Drehbucherstellung schon tot.

Es bleibt die Erkenntnis, dass Filme mit Tiefgang und Geist einfach nicht nach Hollywood gehören. Auch der Versuch, den klassischen Western mit seiner stinkenden, staubigen Machowelt in das 21. Jahrhundert zu retten, funktioniert nicht. Schockierte Brokeback Mountain das prüde Amerika noch mit homosexuellen Cowboys, scheitert dieser Streifen bei dem Versuch, den Lack des historisch verbrämten Jesse James anzukratzen. Zwar liefern sich Brad Pitt und Casey Affleck ein Psychoduell alter Schule, doch ihr Kampf verliert sich in Kleinigkeiten und bleibt unkonkret. Dominik räumt den Protagonisten unendlich lange 150 Minuten ein, um mit machen Heldenpathos aufzuräumen, kommt jedoch niemals auf den Punkt und lässt den Zuschauer mit einer Ansammlung in sich geschlossener Momentaufnahmen zurück. Schade!

Da ich den weiblichen Zuschauern den stark aufspielenden Brad Pitt gönne, gibt es für dieses Machwerk noch 3 von 10 Gnadenpunkte. Mehr ist beim besten Willen nicht drin!

Deutscher Titel: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
Originaltitel: The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford
Studio/Verleih: Warner Brothers
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): 150 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Andrew Dominik
Drehbuch: Andrew Dominik
Musik: Nick Cave, Warren Ellis
Darsteller: Brad Pitt, Casey Affleck, Zooey Deschanel, Meredith Henderson, Ted Levine, Mary-Louise Parker, Sam Rockwell, Sam Shepard, Jeremy Renner u.w.

Deutscher Trailer:

Invasion

Invasion

Invasion

Eine gewaltige Explosion zerreißt den Himmel zwischen Dallas und Washington D/C – die Trümmer des zerborstenen Spaceshuttle Patriot regnen auf die USA herab. Die Behörden bekommen die Katastrophe zwar sofort unter Kontrolle, doch bald tauchen Gerüchte auf, dass an den Wrackteilen eine merkwürdige Substanz klebt: Und wer mit ihr in Berührung kommt, ist nicht mehr derselbe… Eine geheimnisvolle, bedenkliche Epidemie breitet sich von Washington DC aus immer schneller aus, die das Verhalten der Menschen radikal verändert. Die Psychiaterin Carol Bennell findet heraus, dass es sich um den Vorboten einer von Außeririschen gelenkten Invasion handelt. Fortan setzt sie alles daran, ihren Sohn zu beschützen, der womöglich der Schlüssel dafür sein könnte, die bevorstehende Invasion abzuwenden. (Quelle: Amazon.de)

Alex Cee startet die kritische Invasion:

Dieser 2007 abgedrehte Streifen gilt als eines der größten Flops in der Karriere von Nicole Kidman. Von den Kritikern zerrissen und vom Publikum gemieden, blieben die Kinosäle leer, während Kidman auf der Leinwand darum kämpft, bloß nicht einzuschlafen.

Welch bittere Parallele zum Publikum, mag sich da der eine oder andere denken, doch dieser Vergleich trügt. Zugegeben, Invasion kann sich nicht entscheiden, ob es nun ein Drama, ein Horrorfilm, ein Action-Streifen oder Science Fiction-Thriller sein möchte. Das liegt nicht zuletzt an der chaotischen Produktion des Films selber, der durch die Hände von gleich vier Regisseuren ging (Oliver Hirschbiegel, die Wachowski-Brüder und James McTeigue). Dennoch weiß Invasion zu überzeugen, wenn die erste halbe Stunde des Films vorbei ist. Es mag sein, dass Hirschbiegel einen kritischen, fast schon selbstreferentiellen Film drehen wollte. Leider bleibt in der Endfassung davon nicht viel übrig, so dass sich der Zuschauer fragt, was dieser elend lange Prolog nur zu bedeuten hat. Die zweite Hälfte von Invasion überzeugt dagegen durch großes Tempo und tollem Popkorn-Kino, das über die inhaltlichen Schwächen der ersten halben Stunde hinwegtröstet.

Invasion ist es nicht gelungen, die berühmte Romanvorlage Die Körperfresser kommen gekonnt umzusetzen. Dadurch ist der Streifen noch lange nicht gescheitert. Wer die ersten Minuten durchsteht, wird mit einem kurzweiligen und actiongeladenen Finish belohnt. 6,5 von 10 Punkten

Franksters invasiert weiter:

Eine Neuverfilmung im Body Snatchers Universum? Schaun wir mal: 1955 wurde von Jack Finney in den USA das Buch veröffentlicht und 1956 erstmals als Invasion of the Body Snatchers (Die Dämonischen) unter der Regie von Don Siegel verfilmt. 1978 folgte ein Remake von Philip Kaufmann, der für seine Version Stars wie Donald Sutherland, Brooke Adams und Leonard Nimoy auffuhr und natürlich die vor allen Dingen aus dem Nachtprogramm im TV bekannte Version Body Snatchers – Angriff der Körperfresser aus dem Jahr 1993, wo die komplette Handlung von Abel Ferrara auf einen US-Armeestützpunkt verlegt wurde. Auch Robert Rodriguez The Faculty (1998 ) scheint, wie die TV-Serie Invasion (1997) im Body Snatchers Universum zu spielen, auch wenn der Film eher als Satire anzusehen ist. Mit Invasion erschien 2007 die bis dato letzte Version der Dämonischen – diesmal wie Kollege Cee schon anmerkte, mit Nicole „sexy ass“ Kidman und Craig „007“ Bond in den Hauptrollen.

Kritiken wie „cineastischer Blindgänger“ oder auch „charakterloser Thriller“ mögen mit dafür Sorge getragen haben, dass der Film – schreiben wir es ruhig aus – ein Flop war. Hauptsächlich liegt dies jedoch daran, dass der Film wirklich nicht weiß, was er sein möchte. Dabei ist die Geschichte nach wie vor eine der faszinierenden Science-Fiction-Storys unserer Filmgeschichte. Eine Übernahme der Welt durch außerirdische Viren/Bakterien, die unser Bewußtsein verändern .. genial! Leider hat man 2007 nicht mehr soviel mit der Geschichte anzufangen gewußt, wie noch in den Jahrzehnten zuvor. Daher auch von mir berechtigte 6,5 von 10 Punkten (+ ein Extrapunkt für Nicole Kidmans ’07 inzwischen vierzigjährigen Hintern, der eine eigene Fotoserie in Hochglanzmagazinen verdient hätte ;-))


Deutscher Titel: Invasion
Originaltitel:     The Invasion
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): ca. 93 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Regie:     Oliver Hirschbiegel
Drehbuch: Dave Kajganich
Produktion: Joel Silver
Musik: John Ottman
Darsteller: Nicole Kidman, Daniel Craig, Jeremy Northam, Susan Floyd u.w.

Deutscher Trailer:

The Zombie Diaries

The Zombie Diaries

The Zombie Diaries

Ein unbekannter Vogelgrippe-Virus verbreitet sich rasend schnell in der Bevölkerung. Innerhalb weniger Wochen vereinnahmt er von der kleinsten ländlichen Dorfgemeinschaft bis zur großen Weltmetropole den gesamten Planeten. Schon bald sieht sich die Bevölkerung in einer völlig neuen Situation und auf einmal sehr realen Bedrohung gegenüber: den Untoten. Hier beginnt die Geschichte. Drei spannende Videotagebücher berichten über die ersten Momente nach dem Ausbruch der Epidemie bis zu den letzten Tagen der albtraumhaften Apokalypse: Eine Dokumentarfilmcrew reist ins ländliche Umland, um die ausgebrochene Epidemie auf Video festzuhalten und Interviews mit der Bevölkerung zu führen. Erst jetzt bemerkt das Team, wie weit der Virus bereits um sich gegriffen hat… Ein frisch verheiratetes Ehepaar will ein paar Tage außerhalb Londons verbringen, als es inmitten ausgestorbener Dörfer in die dort lauernde Gefahr stolpert… Eine Gruppe Überlebender sucht verzweifelt Zuflucht auf einem verlassenen Bauernhof, um sich dort zu verbarrikadieren… Verfolge die sich ausbreitende Zerstörung durch den Blick der Anwesenden als wärest du selbst mittendrin… (Quelle: Amazon)

Alex Cees Meinung:

Interessanterweise gibt zu Zombie Diaries etliche Rezessionen im deutschsprachigen Internet. Interessant deshalb, da es sich um eine Low-Budget Produktion eines jungen englischen Filmteams handelt, das sich wohl überlegt hat, im Stile von Blair Witch Project und Cloverfield eine Zombie-Doku zu drehen und damit dem Prof an der Kunsthochschule zu beeindrucken. Leider geht dieses Unterfangen mächtig in die Hose, da die (vermutlichen) Studenten einige wesentliche Punkte des Storytellings nicht oder nur am Rande beachtet haben.

Zum einen werden die vier Protagonisten – ein Fernsehteam aus London, das einem mysteriösen Virus auf dem flachen Land auf die Spur kommen will – mitten im Film verschluckt. Ohne Angabe von Gründen verschwinden sie plötzlich aus dem Plot und tauchen erst am Ende der Zombie Diaries in einem Rückblick wieder auf. Dieser Zeitsprung ist dem sadistischen Bösewicht Goke geschuldet, der Gruppe der Überlebenden verrät. Seine Motive bleiben im Hintergrund, genauso die Frage, weshalb seine masochistische Ader durch einen unsinnigen Zeitsprung im Film vertuscht werden soll, obwohl dem Zuschauer schon nach seinem ersten Auftritt klar sein sollte, dass es sich bei ihm um das Arschloch im Schrank handelt.

Auch die Zombie-Action hält sich in Grenzen und findet eigentlich nur am Rande statt. Die meisten Angriffe erfolgen im Dunkeln, wohl um die teure Maske zu sparen und mit rund einem dutzend Darstellern auszukommen. Die Soundeffekte sind furchtbar und gingen mir mächtig auf die Nerven. Die schauspielerischen Leistungen dagegen… na ja, würden wohl auch für Richterin Barbara Salesch reichen.

Alles in allem ein nettes Erstlingswerk für Studenten, die in den nächsten 15 Jahren Programmtrailer für Sky TV zusammenschneiden dürfen. Als Fan des Genres allerdings gibt es durchaus bessere Alternativen. 3 von 10 Punkten

Des Franksters Meinung:

Ich kann mich dem CeeNeManiac nur anschließen: Zombie Diaries ist eindeutig ein schlechtes Stück Wackelkamera – dagegen wirkt War of the Living Dead, der von mir immerhin 4 Punkte erhielt, wie ganz großes Kino.  Immernoch besser als City of the Dead, allerdings auch nur einen Hauch. Mein Gott, ich habe wirklich verdammt viele schlechte Zombie Filme in der letzten Zeit gesehen! Das besten an diesem Werk hier ist eindeutig das (für den Film) viel zu gute Cover. Geben wir diesem Blödsinn hier einfach 2 von 10 Punkten und hoffen auf zukünftlich ENDLICH wieder gute Untoten-Action im DVD-Player. Ich habe noch nicht aufgegeben!

Originaltitel:  The Zombie Diaries
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Michael Bartlett, Kevin Gates
Darsteller: Russell Jones, Craig Sovin und viele andere Laien, die wir hoffentlich niemals wiedersehen!

UK-Trailer:

Film-News am Sonntag (KW30)

Geballtes Grauen: Fantasy Filmfest mit 80 Schockern!
Kein Sommer der Liebe: Rund 80 schaurige Festivalbeiträge machen das diesjährige Fantasy Filmfest von 12. August bis 10. September zum Event für horroraffine Cineasten. Neben bluttriefenden Splatter-Späßchen und nervenzerreißenden Slasher-Showdowns sorge Filme aus den Genres Science-Fiction, Thriller, schwarze Komödie und Animation für abgekaute Fingernägel in den Kinosesseln. (weiterlesen bei Widescreen Vision)

Gibt es einen vierten «Scream»-Film?
Anscheinend wird es nach Wes Cravens Horrorfilmreihe «Scream», «Scream 2» und «Scream 3» einen vierten Teil der Trilogie geben. Das berichtet ein Webmagazin. Jamie Kennedy, der in Nebenrollen der ersten zwei Filme zu sehen war, hat die Nachricht verkündet. (weiterlesen bei Cineman.de)

Cowboy Bebop: Realfilm von Fox geplant
Hollywood scheint so langsam auf den Anime Geschmack gekommen zu sein. Nachdem die Realverfilmung von Neon Genesis Evangelion in der Productionhell schmort, die von Ghost in the Shell und Akira noch in den frühen Planungsphasen stecken und eigentlich nur der Dragonball Film wirklich produziert wird/wurde, kündigt Fox nun die Umsetzung eines weiteren Animeklassikers an. (weiterlesen bei :Affenheimtheater:)

Die Alienjäger beenden ihren Vorruhestand
Pädophile Priester und Homoehe, Stammzelltherapie und Organhandel: Was wie die Tagesordnung einer Krisensitzung im Vatikan klingt, sind nur einige der Themen, die im neuen „Akte X“-Kinofilm „Jenseits der Wahrheit“ angeschnitten werden. Sechs Jahre nachdem die preisgekrönte Erfolgsserie eingestellt wurde, melden sich die beiden Experten fürs Übersinnliche, Special Agents Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson), zurück zum Dienst. Nur sind sie keine FBI-Agenten mehr – und ihre Welt hat sich verändert. (weiterlesen bei STERN.de)

Online-TV
Das man sich illegal Filme aus dem Internet besorgen kann, erfährt man inzwischen fast jeden Abend in irgendeinem Infotainment- oder Nachrichtenmagazin im Fernsehen. Das es durchaus erwähnenswerte legale Möglichkeiten des TV-Genußes im Internet gibt, zeigt besserwixer.de in vier Vorschlägen. (weiter bei besserwixer.de)

Snatch – Schweine und Diamanten

Snatch - Schweine und Diamanten

Snatch - Schweine und Diamanten

Um ein gutes Dutzend schräger Vögel dreht sich die verzwickte Handlung von „Snatch“. Franky Four Fingers (Benicio Del Toro) stiehlt in Antwerpen für seinen Boss, den Juden Avi (Dennis Farina), einen 86 Karat schweren, lupenreinen Diamanten. Doch bei einer Stippvisite in London wird Franky selbst überfallen – der edle Stein fällt in die Hände des skrupellosen Russen Boris, die Klinge (Rade Serbedzija). Boss Avi eilt flugs aus New York herbei, um den Edelstein mit Hilfe des Schlägers Tony (Ex-Fußball-Profi Vinnie Jones) wieder zu beschaffen. Eher durch Zufall mischen bald die beiden glücklosen Boxpromoter Turkish (Jason Statham) und Tommy (Stephen Graham) auf der Jagd nach dem Diamanten mit. Doch eigentlich haben sie ganz andere Probleme. Nachdem ihr Preisboxer Georgeous George (Adam Fogerty) ausgefallen ist, setzt sie die brutale Branchengröße Bricktop (Alan Ford) unter Druck. Der nuschelnde Zigeuner-Boxer Mickey (Brad Pitt) soll als Ersatz einspringen. Doch der ist sehr eigenwillig… (Quelle: filmstars.de)

Alex „The Bad Boy“ Cee meint: Es gab eine Zeit, da galt Guy Ritchie als die europäische Antwort auf Quentin Tarantino. Wie kein zweiter Regisseur verstand es der Engländer, turbulente und abwechslungsreiche Stories aus der Unterwelt mit dem klassischen, britischen Humor der schwarzen Sorte zu verbinden.

Vergleichbar mit Robert Rodriguez‘ Doppelfeature El Mariachi (1993) und Desperado (1995), nahm sich Ritchie die Freiheit, mit Snatch – Schweine und Diamanten thematisch und strukturell an sein Spielfilmdebüt Bube, Dame, König, grAs (1999) anzuknüpfen und den Film mit einem etwas anderen Set und wesentlich mehr Geld erneut abzudrehen. Das Resultat kann sich sehen lassen und nährte die Hoffnung auf weitere Meisterwerke. Dann allerdings trat Madonna in sein Leben und Ritchies Eier schrumpelten zu einer winzigen Trockenpflaume zusammen, wie es wohl der Schläger Tony formuliert hätte…

Während Fans und Freunde der britischen Komödie hoffen, Ritchie habe nach seiner Trennung von der extrovertierten Popdiva seine sieben Jahre Pech für einen zerbrochenen Spiegel endlich abgesessen, mag ich nicht ganz an ein umjubeltes Comeback glauben. Zu ähnlich sind sich Snatch und Bube, Dame, König, grAs, zu austauschbar seine Figuren und Motive. Es scheint, als sei die Abhandlung über alle Gangster-Stereotypen, die auf der britischen Insel rumlaufen, der einzige Schuss in seinem Lauf. Dafür trifft diese Kugel ganz genau und verfehlt auch nach dem fünften oder sechsten Knall nicht sein Ziel.

Grandios und mit viel Liebe zum Detail portraitiert Ritchie die Figuren in Snatch, die einem sündhaft teuren Diamanten hinterher eilen, der von einem Hund verschluckt wird. Dabei nimmt Guy – typisch britisch – keine Rücksicht auf die politisch korrekte Darstellung von ethnischen Gruppen und überzeichnet gekonnt die gängigen Vorurteile über Juden, Russen, Farbige, Sinti und Roma, Briten und Amerikaner. Nahezu perfekt fügen sich die Darsteller in ihre Rollen ein und verleihen ihnen so einen zusätzlichen Schuss Glaubwürdigkeit. Ob Alan Ford als Schweinezüchter Bricktop, Vinnie Jones als brutaler Bully mit britischer Attitüde, Rade Šerbedžija als unverwüstlicher und grobmotorischer Russe oder Brad Pitt in der Paraderolle als nuschelnder Gipsy, selten konnte ein Casting so überzeugen wie bei Snatch – Schweine und Diamanten.

Abgerundet durch einen der besten Soundtracks der letzten zehn Jahre, dürfen alle Freunde des britischen Films, der schwarzen Komödie und des rasanten Gangster-Thrillers diesen Streifen nicht verpassen. Anschauen! 9 von 10 Punkten.

Deutscher Titel: Snatch – Schweine und Diamanten
Originaltitel: Snatch
Produktionsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2000
Länge (PAL-DVD): 99 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Guy Ritchie
Musik: Noel Gallagher, John Murphy
Darsteller: Brad Pitt, Jason Statham, Stephen Graham, Benicio del Toro, Dennis Farina, Vinnie Jones, Rade Šerbedžija, Ewen Bremner, Alan Ford u.w.

Englischer Trailer:

Hitman – Jeder Stirbt Alleine

Hitman - Jeder Stirbt Alleine

Hitman - Jeder Stirbt Alleine

„47“, das sind die beiden Ziffern eines Strichcodes, den man in den Nacken des Mannes tätowiert hat, von dem nichts weiter als sein Name bekannt ist: Agent 47 (Timothy Olyphant), ein Killer mit Prinzipien und Nerven wie Drahtseile. Doch wird aus dem kühlen Jäger auf einmal der Gejagte: Er gerät in die Fänge eines politischen Machtspiels und wird selbst zur Zielscheibe von Interpol und dem russische Militär. Während er den Attacken seiner Gegner ausweicht, kämpft Agent 47 darum, herauszufinden, wer ihn aus dem Weg räumen will – und warum! Die größte Bedrohung besteht für ihn allerdings in der geheimnisvollen, attraktiven Frau Nika (Olga Kurylenko)… (Quelle: Pressetext)

Kommentar von Alex „30+“ Cee: Der interessierte CeeNeast des eingehenden 21. Jahrhunderts weiß natürlich, dass Verfilmungen von Computerspielen immer mit Vorsicht zu genießen sind. Als mahnendes Beispiel auf dem Friedhof der guten Unterhaltung liegt – für alle Unvergessen – Lara Croft, auch bekannt als weiblicher Indiana Jones mit zwei prallen Tüten, wahlweise gefüllt mit heißer Luft oder dem schwarzen Loch der Langeweile.

Auch Hitman – Jeder Stirbt Alleine bringt alle Grundvoraussetzungen mit, um Actionfans mit einem Gähnen aus der Filmvorführung zu entlassen. Statt des smarten Vin Diesel mimt Timothy Olyphant den Profikiller 47 und stellt unter Beweiß, dann man(n) selbst mit offensichtlicher Gesichtsmuskellähmung eine Hauptrolle in einem gehobenen Mittelklasse-Hollywood-Popkorn-Streifen ergattern kann. Auch die für Action-Verhältnisse eher bescheidene Story des Films entstammt wohl aus dem Aldi-Drehbuchautomaten und von den vielen kleinen, offensichtlichen Logikfehlern wollen wir mal garnicht sprechen.

Dennoch – und das sei nicht verschwiegen – entfaltet Hitman einen gewissen Reiz, der nicht nur an der fantastischen Figur von Olga Kurylenko liegt, die zur Freude des männlichen Publikums entweder spärlich oder gleich garnicht bekleidet durch das Bild hüpft. Der Film verfügt über erstaunlich wenig Längen und hält den Zuschauer mit zahlreichen Schießereien und Actionszenen bei der Stange. Hierbei kommt nun die Schmalspurstory positiv zum tragen, denn anstatt das Tempo mit überflüssigen Nebenplots wie einer Liebesgeschichte zu drosseln, betäubt 47 seinen attraktiven Sidekick Nika Boronina kurzerhand, sobald sie zuviel sabbelt oder sexuelle Handlungen einfordert. Großartig! 🙂

Insgesamt die wohl beste filmische Umsetzung eines Computerspiels seit dem unerreichten Silent Hill, doch das hat bei so dadaistischen Vorgängern wie die Super Mario Bros. nicht viel zu bedeuten. 6,5 von 10 Punkten

Verspäteter Einspruch des Frankster: 6,5 Punkte? Mickrige 6,5 Punkte für dieses Meisterk? Da muss Kollege Alex Cee wirklich auf einem verdammt schlechten Tripp gewesen sein – oder so betrunken, dass er versehentlich Xavier Gens Meisterwerk „Hitman – Jeder Stirbt alleine“ mit dem schlechten Actionstreifen „Enter the Hitman“ aus dem Jahr 1998 mit Chuck Norris verwechselt hat. Obwohl: Man müsste schon ganz schön high sein, um letztgenanntem Schundwerk 6,5 Punkte zu verpassen.

Woran liegt es also, dass mein CeeNema-Kollege diesem Hitman statt den mindestens berechtigten 8 von 10 Punkten nur dieses Armutszeugnis bescheinigte? Auf meine Nachfrage war das offizielle Statement „Ich habe ihn mir nochmal angeschaut“, gefolgt von irgendwelchen Dingen wie „schlechte Mimik von Agent 47“ etc. An dieser Aussage zeigt sich vielleicht auch, dass Herr Cee mit der Computerspielreihe niemals vertraut war oder die Hintergrundgeschichte des von Timothy Olyphant gespielten Agenten auch beim nochmaligen Schauen dieses Meisterwerks einfach nicht verstanden hat. Zur Erklärung von Wikipedia: Im Film sind die Agenten Waisenkinder, im Spiel allerdings sind es Klone, was unter anderem die Strichcodes auf den Hinterköpfen erklärt. Hinzu kommt, dass es sich in den ersten beiden Teilen von Hitman (Spiel) darum dreht, seine Identität zu klären und er sich, mehr oder weniger, mit seinem „Schöpfer“ auseinandersetzen muss. Bleibt die Gewißheit, dass Kollege Cee diesem guten Film wahrscheinlich eine gerechte Punktevergabe verpasst hätte, wenn  (wie zuerst geplant) Actionstar Vin Diesel die Hauptrolle übernommen hätte. Also nochmal fürs Protokol: Absolut verdiente 8,5 von 10 Punkten

Deutscher Titel: Hitman – Jeder stirbt alleine
Originaltitel: Hitman
Produktionsland: Frankreich, USA, Türkei
Erscheinungsjahr: 2007
Länge (PAL-DVD): 91 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 18 – keine Jugendfreigabe
Regie: Xavier Gens
Drehbuch: Skip Woods
Musik: Geoff Zanelli
Darsteller: Timothy Olyphant, Dougray Scott, Olga Kurylenko, Robert Knepper, Ulrich Thomsen, Henry Ian Cusick, James Faulkner u.w.

Deutscher Trailer: